
Klaus Tschanett ist ein Pionier. Er gründete das erste Musik-Label im Ländle und baute eines der ersten Kabelnetze im ländlichen Raum auf.
Wenn man Klaus trifft, bemerkt man sofort die Zufrieden- und Gelassenheit, die er ausstrahlt. „Ich bin glücklich, jener Generation anzugehören, die wohl die besten Jahrzehnte miterleben durfte“, sieht der Ur-Rankweiler die Zukunft eher skeptisch. Mit „Expert Tschanett“, dem 1957 von seinem Vater Albert gegründeten Elektro-Fachgeschäft in seiner Heimatgemeinde, war und ist er wirtschaftlich überaus erfolgreich. Auch wenn er zuerst andere Pläne hatte: „Ich habe Musik seit jeher geliebt. Als Bassist der Band ‘Voltage‘ habe ich aber schnell erkannt, dass ich hinter den Kulissen besser aufgehoben bin als auf der Bühne“, so der Tausendsassa über seine künstlerischen Gehversuche.
In der Tat bewies er als Veranstalter und Manager weit mehr Groove. So initiierte er das „Jagdberg Open-Air“, für das er unter anderem Weltstars wie die „Flying Pickets“ ins idyllische Schlins holte. Mit dem „Kaiser Franz-Josef-Ball“ brachte er Jazz Gitti sowie K&K-Nostalgie ins Ländle. Gemeinsam mit Jazzseminar-Gründer Rolf Aberer hob Klaus mit „99 Records“ zudem das erste heimische Independent-Label aus der Taufe, bei welchem regionale Rockgrößen wie Gerty Sedlmayr ebenso eine Heimat fanden wie Ulrich „Gaul“ Gabriel, damals mit dem Projekt „Urupu“ noch als Dadaist unterwegs.
Das große Zauberwort heißt „Service“
Nach manchen Hochs und Tiefs als Musikmanager trat er schließlich in die Fußstapfen seines Vaters und übernahm 1995 den Familienbetrieb, der mittlerweile 17 Mitarbeiter beschäftigt. „Aktionen wie der Reparaturbonus stärken unsere Vorteile, zum Beispiel die eigene Werkstätte. So sind wir nach wie vor konkurrenzfähig gegenüber großen Elektro-Märkten und Web-Anbietern“, weiß Klaus, der der Digitalisierung aber keineswegs kritisch gegenüber steht. Im Gegenteil: Sein Vater startete eines der ersten Kabelnetze in ganz Europa. Klaus baute dieses konsequent aus. „Dank des hauseigenen Kabelnetzes werden wir ganz Rankweil mit einem Glasfasernetz ausstatten und so das Internet zukunftsfit machen“, freut sich der dreifache Vater.
Auch privat läuft es bestens: Klaus heiratete die Klavierlehrerin Christine, Schwester des Erfolgsregisseurs Hans Weingartner („Die fetten Jahre sind vorbei“). Vielleicht auch ein Grund, warum Tochter Sophia Schauspielerin werden möchte, während Nesthäkchen Clara als Jugendstaatsmeisterin im Springreiten sportiv unterwegs ist. Und Sohn Jacob unterstützt seinen Vater bereits im Betrieb, den Klaus nur noch sporadisch aufsucht. „Dann heißt es: Der Alte kommt“, scherzt der gerade mal 61-Jährige. Wenn nur alle „Alten“ soviel Power hätten














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