Nach Rekordgewinn

Volksbanken zahlen Staatshilfe schon heuer zurück

Wirtschaft
16.07.2022 08:00

Zwei Drittel der Staatshilfe von 300 Millionen Euro für die Volksbank wurden bereits zurückgezahlt, die restlichen 100 Millionen Euro werden früher als geplant schon heuer überwiesen. Die Sanierung ist abgeschlossen.

Die Volksbanken-Gruppe hat harte Jahre hinter sich: Aus 60 selbständigen Banken wurden neun, alle Auslandstöchter verkauft. „Wir haben 20 Prozent der Kosten eingespart, das sind 100 Millionen Euro“, weiß Gerald Fleischmann, Chef der Volksbank Wien. Als größtes Institut (ca. die Hälfte der Bilanzsumme der Gruppe von 32 Mrd. €) übt sie für den gesamten Sektor zentrale Funktionen aus.

Daher ist in Wien auch der Bund mit 25 Prozent beteiligt, der den Volksbanken 2018 mit einer Finanzspritze von 300 Millionen Euro unter die Arme gegriffen hat. Zwei Drittel davon wurden bereits zurückgezahlt. Die restlichen 100 Millionen werden nun vorzeitig bereits heuer getilgt. Fleischmann: „Mit der Halbjahresbilanz wird es offiziell, aber Finanzministerium und EZB sind schon informiert.“

Rekordgewinn im Vorjahr
Möglich wird es durch den Rekordgewinn von 220 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Danach geht auch die Staatsbeteiligung wieder in die Hände der Genossenschaften über, die die Eigentümer der Volksbanken sind (ähnliches Modell wie bei Raiffeisen). „Das ist ein Signal, dass die Sanierung abgeschlossen ist und wir wieder wachsen können.“ Es wurde auch erstmals eine Dividende an die Genossenschaften ausgeschüttet (10 Mio. €), die in der Region investiert wird. Fleischmann: „Da unterscheiden wir uns von den großen Aktienbanken.“

In den 240 Filialen arbeiten im Schnitt acht Mitarbeiter, an eine Reduktion ist nicht gedacht. „Wir verstehen uns als Beraterbank. Unsere Kunden sind großteils Häuslbauer und kleinere und mittlere Unternehmen, vorwiegend im ländlichen Bereich“, beschreibt er das strategische Konzept. Das Kreditrisiko der Volksbanken ist extrem gering, auch weil gewisse riskantere Geschäfte beendet oder ausgelagert (z.B. die Konsumentenkredite) wurden. Einen strategischen Partner brauche man bei einer Rendite von sechs bis acht Prozent nicht, so Fleischmann. „Wir wollen selbständig bleiben.“

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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