Beispiel aus Tirol

„Teuerungs-Tsunami“: Auch bei 2 Jobs wird es knapp

Tirol
13.07.2022 18:00

Bei einer Tiroler Familie wird es trotz zweier Jobs und gutem Verdienst knapp, wie sie der „Krone“ schildert. Generell müssen 78 Prozent bereits ihre Ausgaben einschränken, wie eine Umfrage des ÖGB ergab. Tirol-Chef Philipp Wohlgemuth spricht von einem „Teuerungs-Tsunami“, der mit Einmalzahlungen nicht zu stoppen sei.

Sogar bei jenen, die bisher gut mit ihrem Geld auskamen, herrscht in Zeiten wie diesen Alarm: Bei der fünfköpfigen Tiroler Familie L. verdient der Mann 2300 Euro netto in einem großen Industriebetrieb im Inntal, seine Frau arbeitet 20 Stunden wöchentlich in einem Hotel (rund 1200 Euro inklusive Trinkgeld). Plus 385,30 Euro Kindergeld ergeben das 3885,30 Euro.

Klingt nach einem sorgenfreien Leben, doch ein Restkredit fürs Haus, zwei Autos, Versicherungen, eine alte Ölheizung und vieles mehr verschlingen praktisch alles. „Und 200 Euro pro Woche für Lebensmittel reichen derzeit nicht mehr aus“, schildert die dreifache Mutter der „Krone“.

Umfrage spiegelt den Leidensdruck wider
So geht es vielen - und der ÖGB Tirol verweist auf eine dramatische Umfrage: 98 Prozent nehmen die Teuerung wahr, vor allem in den Bereichen Mobilität, Energie und Lebensmittel. 78 Prozent geben an, ihre Ausgaben einzuschränken. „Das ist keine Teuerungswelle mehr, das ist ein Tsunami“, findet Tirols ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth klare Worte für die Lage.

Angesichts einer Inflation von 8,7 Prozent (Statistik Austria) und einem prophezeiten Preisanstieg bis Jahresende sei dies eine „katastrophale Situation“. Der ÖGB Tirol sieht die Gegenmaßnahmen der Bundesregierung kritisch: „Anstatt Preise zu deckeln, werden Einmalzahlungen ausgeschüttet, die zwar viel kosten, aber im Endeffekt wenig bringen. Die Menschen brauchen jetzt Entlastungen, nicht erst im Herbst!“

Verweis auf Länder mit Preisregulierung
Wohlgemuth verweist auf Länder wie Spanien, Portugal, Frankreich oder Norwegen, die Preise bereits regulieren würden. Er fordert ein Aussetzen der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, eine Senkung der Treibstoffsteuern sowie einen Energiepreisdeckel für Haushalte.

Zitat Icon

Die Teuerung ist längst in der Mittelschicht angekommen.

Tirols ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth

Zur Finanzierung müsse wie in Italien eine „Sondersteuer auf Übergewinne“ eingeführt werden. „Die Teuerung ist längst in der Mittelschicht angekommen“, bestätigt Wohlgemuth das eingangs genannte Beispiel einer Familie.

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