29.05.2022 11:30 |

Begräbnis und Co.

Das Sterben wird für die Salzburger jetzt teurer

Es ist ein Thema, das jeder lieber verdrängt. Doch auch der Tod sollte vor dem Ende kalkuliert werden. Vor allem in Krisenzeiten. Putins Krieg gegen die Ukraine wird sich bei uns auch auf die Begräbniskosten auswirken.

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Die Salzburger spüren dieser Tage, was es heißt, wenn die Inflation nicht mehr zu bremsen ist. Ob etwa bei Strom, Benzin, oder Lebensmitteln. Längst sind die Auswirkunge nicht nur bei den Waren des täglichen Bedarfs bemerkbar. Auch für Salzburgs Bestatter sind die aktuellen Entwicklungen spürbar. Die Teuerung hat ihre ganz eigenen Auswirkungen, weiß Bestatter Thomas Baumann von der Bestattung Sterzl in St. Johann.

Papier ist knapp und teuer

„Es gibt Probleme bei den Bestellungen von Särgen, Urnen und Papier“, sagt der Geschäftsführer. Die Hauptursache ist die Rohstoffknappheit. Särge wurden teils um 15 Prozent teurer, Papier ist knapp, im Schnitt liegen die Teuerungen bei den Waren um sieben bis zwölf Prozent. „Die Zellstoffproduktion ist in Österreich zum Erliegen bekommen, es gibt kaum Papier“, sagt der Bestatter. Ähnlich ist die Lage auch bei den Särgen. „Es gibt teils Situationen, wo die Kunden auf ein ähnliches Modell umsteigen müssen“, berichtet der Bestatter.

„Die Sargpreise sind stark gestiegen“
Die Entwicklungen haben Folgen: Auch die Pongauer mussten ihre Preis nun anheben. „Es ist allerdings nicht so hoch ausgefallen, wie die eigentlichen Steigerungen sind“, sagt Baumann.

Allein sind die Pongauer damit nicht, weiß die Innungsmeisterin der Bestatter, Alexandra Reich-Dertnig. Die Branche spüre die Teuerung in sehr vielen Bereichen. „Die Sargpreise sind etwa stark gestiegen, auch die Fahrten schlagen sich bei den hohen Preisen nieder“, berichtet Reich-Dertnig.

Wollen nicht alle Erhöhungen weitergeben

Sie geht davon aus, dass ihre Branchen-Kollegen die Preise um acht bis 15 Prozent anheben werden. „Wir müssen einen Ausgleich finden, wir können nicht die gesamten Steigerungen in einem Jahr an die Kunden weitergeben“, sagt die Innungsmeisterin. Die Preissteigerungsrate, die die Branche trifft, sei jedenfalls höher , als die allgemeine Inflation – letztere belief sich im April laut Schnellschätzungen auf rund 7,2 Prozent. Für die günstigste Bestattungsvariante werden in Salzburg damit rund 2500 Euro fällig.

Fakten

  • Im Jahr 2020 verstarben im Land Salzburg 5194 Menschen. Gleichzeitig wurden 5756 Salzburger geboren, vermeldet die Landesstatistik Salzburg.
  • Rund 3800 Menschen lassen sich im Krematorium am Salzburger Kommunalfriedhof jährlich einäschern. Der Großteil davon stammt aus Salzburg, nur wenige kommen aus dem Umland, weiß man beim Eigentümer, dem Wiener Verein.
  • Die Preise für Bestattungen schwanken besonders stark. Die günstigste Angebote starten in Salzburg bei 2500 Euro, sagt Innungsmeisterin Alexandra Reich-Dertnig.
  • Wer das Grab eines Verstorbenen in der Stadt Salzburg sucht, kann das auf der Homepage des Magistrates tun: www.stadt-salzburg.at/graebersuche
  • Vorsorge im Bereich Bestattung ist für viele ein Thema. Wer bereits zu Lebzeiten eine Grabstelle erwerben möchte, kann sich in der Stadt Salzburg direkt an die Friedhofsverwaltung wenden. Dabei werden Kosten für die Einbringung des Ansuchens (14,30 Euro) sowie für Bearbeitung (40 Euro) fällig.
  • Die Kosten für eine Grabstelle richten sich generell nach Art und Lage des Grabes. Der Bescheid wird für zehn Jahre ausgestellt.

Salzburgs Krematorium behält seine Preise noch
Zumindest eines wird nicht teurer. Die Preise für Kremierungen werden vorerst nicht angehoben, heißt es von Seiten des Wiener Vereins, der Salzburgs einziges Krematorium am Kommunalfriedhof (Stadt Salzburg) gehört.  „Wir beobachten die Lage, wir entscheiden im Herbst“, sagt Geschäftsführer Gerhard Leitner. Denn auch der Wiener Verein spürt die Teuerung – die beiden in Salzburg verwendeten Verbrennungsöfen werden mit Gas beheizt.

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