24.05.2022 12:40 |

Neuer Milliarden-Bau

Grazer U-Bahn vom Tisch - nun unterirdische S-Bahn

Die Grazer Dreierkoalition präsentierte am Dienstag das lang erwartete Öffi-Ausbau-Konzept für die steirische Landeshauptstadt: Eine unterirdische S-Bahn-Lösung ist fixiert, die U-Bahn endgültig vom Tisch. Neben der Finanzierung gibt es aber noch ein paar weitere gewichtige Hürden zu nehmen.

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„Gut Ding braucht Weile.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeisterin Elke Kahr die Pressekonferenz am Dienstag - und sprach damit aus, was sich wohl die allermeisten dachten. Seit Jahren reiht sich ein Lösungskonzept an das nächste, der große Wurf zur Entlastung von Graz blieb jedoch bislang aus.

Die Idee des ehemaligen Langzeitbürgermeisters Siegfried Nagl (ÖVP), Graz mit einer U-Bahn zu unterhöhlen, wurde neben der Murgondel wohl am emotionalsten diskutiert. Sicher mit ein Grund, wieso die Adjektive „sachlich“ und „faktenbasiert“ Dienstagvormittag von den heute amtierenden Stadtregiererinnen am häufigsten fielen.

Zwei Tunnelvarianten machten das Rennen
„Die Klimakrise, das rasante Wachstum von Graz sowie die hohe Anzahl von Pendlern lassen keine Möglichkeiten mehr offen. Wir müssen handeln“, betonte die Grüne Vizebürgermeisterin Judith Schwentner. Knapp ein Jahr lang wurden Konzepte für U-Bahn, S-Bahn und einen reinen Tram-Ausbau auf ihre Vor- und Nachteile untersucht - als größter gemeinsamer (politischer) Nenner kam letztendlich ein S-Bahn-Tunnel heraus.

„Es gibt die Möglichkeit einer langen und einer kürzeren Tunnel-Variante. Welche es letztendlich wird, darauf legen wir uns bis Ende des Jahres fest“, präzisierte Schwentner.

Begleitende Maßnahmen notwendig
Dass es trotz großer Pläne noch weitere Maßnahmen braucht, um möglichst viele Menschen in die Öffis zu bekommen, betonte Stadtbaudirektor Bertram Werle: „Um einen ÖV-Anteil von zumindest 30 Prozent zu erreichen, muss der Fokus auch weiterhin noch stärker auf Bim, Bus und Bahn gerichtet werden.“

Drittel-Finanzierung angestrebt
Zwischen 2,2 und 2,3 Milliarden Euro wird die Mini-Metro kosten. Die Stadt Graz, die bekanntlich auf einem hohen Schuldenberg sitzt, kann diese Summe nicht alleine stemmen: „Wir hoffen auf eine Drittel-Finanzierung zwischen Stadt, Land und Bund“, so Kahr und Schwentner unisono.

Ruf nach Sondergemeinderat
Wenig Applaus kommt wie zu erwarten von der ÖVP, die sich in der Rolle der Opposition erst einfinden muss: „Ein mit gerade 90 Minuten angesetzter Verkehrsausschuss, der die Gemeinderäte über den 300 Seiten starken Expertenbericht unterrichten soll, wird der Bedeutung dieses Themas nicht gerecht“, ätzt Clubobfrau Daniela Gmeinbauer. Die Forderung ihrer Partei: „Ein Sondergemeinderat muss her!“

Die NEOS fordern in einer ersten Stellungnahme, dass „rasch mit den konkreten Planungen“ begonnen wird. Die FPÖ kündigt an, weitere Schritte „kritisch zu begleiten“. An der Idee einer Volksbefragung - wie vor wenigen Tagen im Gemeinderat noch kommuniziert - halten die Blauen ebenso fest.

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