GUTEN MORGEN

Willkommene Hochglanzbilder

Bundeskanzler Karl Nehammer in Kürze in der Kriegs-Hauptstadt Kiew bei Präsident Wolodimir Zelenskij - das sieht Polit-Professor Peter Filzmaier in seiner Analyse in der heutigen „Krone“ ambivalent. Er verweist unter anderem darauf, dass der „Kleinstaat Österreich kaum Einfluss auf Entwicklungen im internationalen System nehmen könne und schreibt: “Die Ukraine braucht neben Spenden vor allem politische Unterstützung, die den Angriffskrieg Russlands beendet. Da hilft ein Besuch des Bundeskanzlers aus einem kleinen Land leider sehr wenig bis gar nicht.„ Der ukrainische Staatschef hätte viele Wünsche, die Karl Nehammer ihm nicht zusagen kann oder will: “Neben militärischen Dingen zählen dazu ein Stopp des Kaufs von russischem Erdgas sowie eine Ausweisung zahlreicher Diplomaten Wladimir Putins aus Wien, die offenkundig Propagandisten und Spione statt Verhandler und Vermittler sind.„ Und doch mache Nehammers Reisepolitik “als Symbol„ Sinn. Filzmaier: “Es gab viel zu viele peinliche Bilder österreichischer Politiker mit Putin. Ein Bild Nehammers mit Zelenskij zeigt, dass nach österreichischer Auffassung dieser im Recht und Putin im Unrecht ist. Das ist gut so.„ Und solche Hochglanzbilder seien dem Bundeskanzler auch innenpolitisch willkommen: er erspare sich für ein paar Tage Diskussionen über Themen, die ihn als ÖVP-Chef ereilen. Filzmaiers Resümee: “So wird kurioserweise ein echter Kriegsschauplatz nebenbei zur Ablenkung vom parteipolitischen Kleinkrieg in Österreich." Ob das wirklich gelingt?

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Skeptische Österreicher. „Ukraine-Besuch des Bundeskanzlers das richtige Signal?: Nein, wenn es nach der klaren Mehrheit der Voter bei der so formulierten “Frage des Tages„ auf krone.at geht. Gleich drei Viertel zeigen sich da skeptisch. Auch bei den Leserbriefschreibern an die “Kronen Zeitung„ überwiegt deutlich die Ablehnung. Da fordert ein Leser Karl Nehammer auf, er solle als “Vertreter unseres neutralen Landes„ entweder Zelenskij UND Putin oder keinen der beiden treffen. Eine Leserin aus Salzburg fragt, wozu der Bundeskanzler diese Reise antritt und meint: “Ich denke, Herr Nehammer hat in Österreich genug zu tun!„ Und ein Oberösterreicher schreibt: “In unserem Land läuft zurzeit alles aus dem Ruder, angefangen von der Pandemie bis hin zu den nicht enden wollenden Teuerungen, und er will sich wichtig machen, oder ist es nur ein Manöver, um sich aus der Verantwortung zu stehlen?" Harte Worte - aber offensichtlich ein Teil des kritischen Meinungsbildes der Österreicher.

Einen schönen Donnerstag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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