Bonavia aus der Spanischen Hofreitschule darf seinen Lebensabend in Vorarlberg verbringen. Besitzerin Désirée Achammer berichtet über diese „einmalige Chance“.
Die Begeisterung für Pferde teilt Désirée Achammer mit ihrer Mama Sonja. Schon als Jugendliche wusste sie genau, dass das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liegt. Mit den Jahren rückte das tierische Hobby in den Hintergrund, was sich kürzlich aber schlagartig ändern sollte.
Ein Besuch in der Spanischen Hofreitschule in Wien war ausschlaggebend. „Ich habe von meinem Sohn Dominique Folie Tickets zum Geburtstag geschenkt bekommen“, erzählt Achammer. Nach der Vorführung wurde sie von Michaela Elevin durch die Stallungen geführt. Fasziniert von den Eindrücken, erkundigte sich Désirée, ob man so ein Pferd auch kaufen könne - und bekam eine Absage: Sobald ein Hengst seine Ausbildung an der Spanischen Hofreitschule absolviert, sei er eigentlich nicht mehr verkäuflich.
Ein absoluter Glücksfall
Michaela erzählte ihr aber von ihrem Lieblingspferd - dem 15-jährigen Bonavia, der gemeinsam mit seinem langjährigen Bereiter Wolfgang Eder den Ruhestand angetreten hatte. „Frag mal, ob er nach Vorarlberg darf“, sagte die Feldkircherin salopp zu ihr. Und eine Woche später kam tatsächlich der Anruf mit der Zusage. Das war ein absoluter Glücksfall, denn oft werden „Pensionisten“ zur Lehrlingsausbildung genutzt.
„So eine Chance bekommst du nur einmal im Leben“, erzählt die neue Besitzerin stolz. Denn Bonavia ist kein normales Pferd. Der Lipizzaner beherrscht alle Gänge und Touren - und hat auch schon ferne Länder wie Dubai oder Amerika für die berühmten Vorführungen der Hofreitschule bereist. Als ihn Désirée das erste Mal in Wien gesehen hat, war es sofort um sie geschehen: „Auf Bonavia zu reiten ist wie der Himmel auf Erden, man schwebt so dahin“, schwärmt sie.
Im Jänner durfte der kastrierte Hengst tatsächlich ins Ländle übersiedeln. Der Trennungsschmerz sei zwar groß gewesen und Bonavia brauchte ein paar Wochen um sich einzugewöhnen, doch jetzt ist er bei Désirée so richtig angekommen. In seinem Altersdomizil Vorarlberg wird er aber ein Gang zurückschalten. Und das ist dem Pensionisten auch ganz recht: „Nach einer halben Stunde Training geht er selbst Richtung Ausgangstor. Er hat seinen eigenen Kopf, wenn er nicht will, bleibt er einfach stehen.“
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