22.01.2005 19:20 |

Kitzbühel

Auch die Abfahrt musste abgesagt werden

Die alpinen Weltcup-Rennen in Kitzbühel stehen weiter unter einen ungünstigen Stern. Nach dem Super-G am Freitag musste am Samstag auch die traditionsreiche Hahnenkamm-Abfahrt auf Grund von Sturm und zu viel Schnee abgesagt werden. Damit fällt der Höhepunkt im Weltcup-Winter erstmals seit elf Jahren und zum fünften Mal überhaupt aus.
"Aus Sicherheitsaspekten mussten wir so entscheiden.Es wäre unverantwortlich gewesen, die Läufer auf denunteren Teil der Piste zu schicken", sagte der Renndirektor desInternationalen Skiverbandes FIS, Günter Hujara. Die Entscheidungtraf die Rennjury in Absprache mit den Trainern, die eine Wochevor Beginn der Weltmeisterschaften im italienischen Bormio keinRisiko eingehen wollten.
 
Obwohl über 400 Arbeiter die ganze Nacht ander Piste gearbeitet hatten, konnte die "Streif" wegen des vielenSchnees nicht in einen rennfertigen Zustand gebracht werden. Wodie Abfahrt nachgeholt werden soll, steht noch nicht fest. WahrscheinlicherErsatzort ist das norwegische Kvitfjell Anfang März. GegenGarmisch-Partenkirchen als Alternative Mitte Februar spricht diezeitgleich stattfindende nordische Ski-WM in Oberstdorf und darausresultierende Probleme bei der Fernsehübertragung.
 
"Die Meinung der Trainer war nicht ungeteilt. Auchich war der Meinung, dass es im unteren Teil ab Lärchenschussan der Grenze gewesen wäre", sagte der deutsche CheftrainerWerner Margreiter: "Im Interesse der Sicherheit war es okay, dassabgesagt wurde." Im unteren Teil der Streif war der Schnee nichtkompakt genug, was zu schweren Stürzen wie im Training amDonnerstag hätte führen können. Die Jury-Entscheidungfiel früh gegen 9 Uhr, um zumindest einem Teil der erwarteten45.000 Zuschauer die Anreise zu ersparen.
 
Der Slalom an diesem Sonntag kann wohl auch angesichtserwarteter weiterer ergiebiger Niederschläge durchgeführtwerden. "Allerdings ist die Piste in einem kritischen Zustand",sagte Hujara am Samstagabend, der sogar einen "Freestyle"-Slalombefürchtet. Aus fernsehtechnischen Gründen kam eineVerschiebung der Abfahrt auf Sonntag nicht in Betracht. Fürden Montag ist der Freitag abgesagte Super-G vorgesehen. Die traditionsreicheHahnenkamm-Kombination aus Abfahrt und Slalom wurde ersatzlosgestrichen.
 
Die Rennabsage hat zumindest für die Veranstalterkeine gravierenden finanziellen Folgen. Mit Millionen-Aufwandsind die drei Hahnenkamm-Wettbewerbe versichert. Das Eintrittsgelderhalten die Zuschauer, die zwischen 20 Euro für einen Stehplatzund ab 120 Euro für einen Sitzplatz bezahlen mussten, wegen"höherer Gewalt" aber nicht zurück. Rund 50 MillionenEuro werden im Großraum Kitzbühel an einem Hahnenkamm-Wochenendeumgesetzt.
 
Auch ohne Rennen feierten die Fans in der Altstadt.Dort durften an den etwa 50 Ständen zum ersten Mal nur Getränkemit einem Alkoholgehalt von unter sechs Prozent ausgeschenkt werden.Bei den Prominentenpartys am Freitagabend in den Szenetreffs Tenneoder Stanglwirt waren Bernie Ecclestone und Nadja Auermann zuGast - aber deutlich weniger Stars als in den vergangenen Jahren.
Montag, 17. Mai 2021
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