Sa, 23. Juni 2018

Abspaltung droht

13.05.2011 16:08

Ferrari-Boss plant "unabhängige Formel 1" ab 2013

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo träumt wieder einmal von einer neuen und unabhängigen Formel 1 nach dem Ende der Ära von Bernie Ecclestone. "Die Teams könnten nach Auslaufen des aktuellen Concorde-Agreements Ende 2012 eine unabhängige Formel 1 gründen, die sie direkt verwalten", sagte Montezemolo in einem CNN-Interview am Freitag. Dabei gab er auch bekannt, dass Pilot Felipe Massa mindestens bis 2012 beim Team bleibt.

Montezemolo startet damit einen neuen Anlauf für eine eigenständige Formel 1, nachdem 2009 der bisher letzte Versuch gescheitert war, weil sich im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise Honda, Toyota und BMW aus der Formel 1 verabschiedet hatten. "Man muss pragmatisch sein. Ende 2012 werden die Verträge der Teams auslaufen", so der Italiener, dessen Formel-1-Team wegen eklatanter Windkanal-Probleme zuletzt auf der Stelle trat. "Wir waren nicht nur zu konservativ, wir hatten auch ein zuvor noch nie gesehenes Problem", erklärte Montezemolo.

Hinsichtlich der Abspaltung von Teams kann sich Montezemolo drei Szenarien vorstellen. Entweder mit dem Investmentfonds CVC verlängern, einen neuen Partner finden oder überhaupt eine eigene Gesellschaft gründen, die wie etwa die National Basketball Association in den USA die Rennen und die TV-Übertragungsrechte künftig selbst verwaltet. Ecclestone habe einen guten Job gemacht, in Wahrheit gehöre ihm das Business aber längst nicht mehr, betonte Montezemolo.

Murdoch hat Interesse an F1-Übernahme
Dass die Formel 1 vor einem Umbruch steht, wird seit Monaten immer klarer. Rupert Murdochs News Corp hatte zusammen mit der italienischen Investmentgruppe Exor, die unter anderem die Autogruppe Fiat kontrolliert, zuletzt Interesse an der Übernahme bestätigt. Womöglich ist es diesmal mehr als das bekannte Säbelrasseln, immer wenn es um die Neuverteilung der Einnahmen aus der Formel 1 geht. Die Teams fordern seit Jahren eine höheren Anteil. "Wir können immer einen anderen Promoter finden", sagte Montezemolo.

Hilfreich sind da sicherlich starke Querverbindungen, die entweder in Form von Teambeteiligungen schon bestehen oder durch Verhandlungen mit möglichen Interessenten gerade geschaffen werden. "Wir haben Interesse an der Formel 1, wir befinden uns aber noch in einer präliminaren Phase. Wir wollen sehen, ob wir diesen Sport modernisieren können, ihm Stabilität verleihen und eine Entwicklung sichern können", erklärte etwa Exor-Präsident John Elkann. Elkann ist auch Präsident von Fiat, dem Mutterkonzern von Ferrari.

Montezemolo: "Ich will Wettbewerb"
Montezemolo ist zudem erklärter Gegner der vom Motorsport-Weltverband (FIA) angekündigten Regelung, wonach ab 2013 in der Formel 1 mit 1,6-Liter-Turbo-Hybridmotoren gefahren werden soll. Auch die aktuellen künstlichen Neuerungen, die am vergangenen Wochenende in Istanbul zu einer Rekordzahl an Boxenstopps geführt hatten, gehen Montezemolo auf den Wecker. "Wir sind da viel zu weit gegangen. Das ist, als ob man Fußballer bei Regen mit Tennisschuhen auf den Rasen schickt. Ich will Wettbewerb. Aber auf der Strecke, nicht in der Box."

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