Nach über 25 Jahren

Snowboard-Ass verabschiedet sich von großer Bühne

Olympia
03.02.2022 09:52
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Österreichs erfahrenster Routinier im Olympia-Aufgebot der China-Spiele ist am (heutigen) Donnerstag in Peking eingetroffen. Andreas Prommegger ist zum fünften Mal im Zeichen der Fünf Ringe dabei, da kommt sonst niemand des 106-köpfigen ÖOC-Aufgebots heran. Am Dienstag geht es für den Snowboarder in den Riesentorlauf, in Secret Garden der einzige Bewerb der Parallel-Boarder im Programm. Es wird der Abschied Prommeggers von der größten der sportlichen Bühnen sein.

Daraus macht der 41-Jährige kein Geheimnis. „Das sind definitiv meine letzten Olympischen Spiele“, verriet er im Gespräch. Dass er überhaupt noch solange fährt, hätte sich Prommegger vor ein, zwei Jahren nicht gedacht. „Aber mir macht es noch Spaß. Ich bin körperlich noch so fit, dass ich noch mithalten kann. Mittlerweile bin ich fast im Slalom besser, und das ist die schnellkräftigere Disziplin, in der die Jungen vermeintlich mehr zu sagen haben.“

Sowei all die Jahre verletzungsfrei
Dass es noch ausgezeichnet klappt, hat der Familienvater im Dezember mit dem Sieg im Slalom von Bannoje bewiesen. Mit 20 Weltcup-Siegen ist er auf dieser Ebene der Erfolgreichste im Olympia-Feld. Ob er noch eine Saison anhängt, möchte sich Prommegger aber offenlassen, nach der Saison daheim besprechen und dann entscheiden. „Es würde noch funktionieren, aber ich merke vom Kopf her: die ganze Reiserei, das Zusammenpacken. Das sind Faktoren, dass ich sage, es reicht einmal.“

Sein erster Weltcup-Einsatz hat sich am 11. Jänner zum 25. Mal gejährt - Prommegger fährt also schon länger als ein Vierteljahrhundert auf höchster Ebene mit. Stolz sei er vor allem darauf, dass er in dieser Zeit fast verletzungsfrei geblieben sei. „Es hat nur eine Saison gegeben, als ich einen Handbruch gehabt habe, das war bei der Heim-WM in Kreischberg (2015, Anm.). Teilgenommen hat er damals trotzdem, die große Erleichterung kam aber zwei Jahre später in der Sierra Nevada.

Fokus auf erste Olympia-Medaille
„Das war ein entscheidendes Jahr“, erinnerte sich Prommegger an seine damaligen zwei WM-Titel. „Bei Großereignissen hat es davor nicht funktioniert. Das war ein Horror, ein Wahnsinn. Und ich habe schon Angst gehabt, wieder enttäuscht zu werden. Ich habe ein paar vierte Plätze gehabt. Ich bin immer gefragt worden, wie das sein kann und habe keine Antwort darauf gehabt. Und im Halbfinale 2017, als es um eine Medaille gegangen ist, habe ich zitternde Knie gehabt.“

Mit dem ersten Titel sei dann aber so viel Ballast abgefallen, dass er am nächsten Tag gleich nachgedoppelt habe. „Damit habe ich Frieden geschlossen mit Großereignissen. Dann habe ich noch einmal Silber nachschießen lassen (2021 in Rogla).“ Nun in China sei der Fokus und die Energie natürlich darauf, auch seine erste Olympia-Medaille zu holen. „Aber für mich ist alles, was kommt, eine Draufgabe, weil ich muss niemand etwas beweisen“, ließ der aktuelle Slalom-Vizeweltmeister wissen.

Routine als Trumpf?
Freilich sieht Prommegger einen Trumpf darin, dass er in seinem Metier schon alles erlebt hat. „Man wird viel gelassener, wenn man solange dabei ist“, betonte der Salzburger. „Wichtig ist, dass man bei der Dichte keinen mehr unterschätzt. Und da spielt die Routine und die Gelassenheit und die mentale Stärke eine massiv große Rolle. Das Kopf-an-Kopf-Fahren ist einfach etwas Anderes, als wenn man alleine gegen die Zeit fährt. Das letzte Alzerl macht der Kopf aus.“

An den Weltcup vor knapp drei Jahren auf dem Olympia-Hang hat Prommegger im übrigen keine guten Erinnerungen. „Wir sind mit dem Set-up, mit den Bedingungen nicht zurechtgekommen. Es war in der Bauphase, als die Gebäude entstanden sind. Es war staubig und die Kanten hat es extrem hergenommen. Der Hang grundsätzlich ist aber schön. Er geht mittelflach oder steil weg, eine kleine Kuppe, und ein bisschen steiler ins Ziel - nicht so selektiv, aber trotzdem schön zum Ziehen.“

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