14.01.2022 19:22 |

60 Millionen Nester

Weltgrößtes Fischbrutgebiet in Antarktis entdeckt

Eine sensationelle Entdeckung haben deutsche Forscher in der Antarktis gemacht. Am Grund des Weddelmeeres fanden sie mithilfe eines speziellen Kamerasystems auf einer Fläche von 240 Quadratkilometer nicht weniger als schätzungsweise 60 Millionen Nester von Eisfischen. Und damit das größte bis dato bekannte Fischbrutgebiet der Welt, wie das Alfred-Wegener-Institut (AWI) auf seiner Website berichtet.

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Gelungen ist den Wissenschaftler die einzigartige Entdeckung mithilfe eines Kameraschlittens namens Ocean Floor Observation and Bathymetrie System (kurz OFOBS; Bild unten), der - an einem speziellen Glasfaser- und Stromkabel hängend - etwa eineinhalb Meter über dem Meeresboden geschleppt wird und Filmaufnahmen macht.

Die Freude war groß, als die AWI-Forscher im Februar 2021 auf den Monitoren an Bord des Forschungsschiffs Polarstern (Bild unten) unzählige Fischnester sahen, die OFOBS vom Meeresboden in 535 bis 420 Metern Wassertiefe des Weddellmeeres live übermittelte.

Je länger der Einsatz dauerte, desto mehr wuchs die Begeisterung und endete schließlich in Ungläubigkeit: Nest reihte sich an Nest, und die spätere genaue Auswertung zeigte, dass es durchschnittlich eine Brutstätte pro drei Quadratmeter gab, an manchen Stellen fand das Team sogar ein bis zwei aktive Nester pro Quadratmeter.

Anhand der Aufnahmen konnten die AWI-Experten die runden, rund 15 Zentimeter tiefen und 75 Zentimeter im Durchmesser großen Fischnester (Bild unten) eindeutig identifizieren, die sich durch eine runde zentrale Fläche aus kleinen Steinen vom ansonsten schlammigen Meeresboden abhoben. Wir haben eine Fläche von 45.600 Quadratmetern abgefahren und dabei unfassbare 16.160 Fischnester auf dem Foto- und Videomaterial gezählt", wird Tiefseebiologe Autun Purser auf der AWI-Website zitiert.

Rund 60 Millionen Fischnester gefunden
Die Verteilung und Dichte der Nester erfassten die Wissenschaftler mithilfe der weiter reichenden, aber weniger hochauflösenden Seiten-Sonare von OFOBS, die mehr als 100.000 Nester aufzeichneten. Hochgerechnet auf die untersuchte Fläche von 240 Quadratkilometer ergebe sich somit eine geschätzte Gesamtzahl von etwa 60 Millionen Fischnestern, so das AWI.

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