13.01.2022 18:25 |

Kein Schwurbeln mehr

Nach Covid-Verharmlosung: Uni macht neue Vorlesung

Eine Ringvorlesung zum Thema Corona an der Universität Wien, in der das Virus verharmlost und die Wirkung der Impfung angezweifelt wurde, hat zuletzt für Aufregung gesorgt. Nach Kritik und Protest von Studienvertretern geht die Uni nun in die Offensive: Gemeinsam mit der MedUni Wien wird im kommenden Sommersemester die Pandemie in einer neuen „aktiv konzipierten“ Corona-Ringvorlesung behandelt, mit der „notwendigen wissenschaftlichen Breite und Tiefe“, so die Universität.

Die neue Ringvorlesung ab März habe man bewusst als Reaktion auf die umstrittene Vorlesung angesetzt, so Cornelia Blum, Pressesprecherin des Rektorats auf Anfrage von krone.at. Die aktuelle Vorlesung, in der mehrere Corona-Verharmloser zu Wort kamen, „läuft noch“, bestätigte Blum. Ende des Semesters wird es auch Prüfungen und damit ECTS für Studierende geben.

Maßnahmen-Gegner hielt Vortrag
Somit dürfte es doch „ECTS für Corona-Verharmlosung geben“, wie die Österreichische Hochschülerschaft kritisiert und im Dezember deswegen eine Absetzung der Ringvorlesung verlangt hatte. Es gebe aber „regelmäßigen Austausch“ mit den Studienvertretungen, dabei sei es auch um die umstrittene Vorlesung gegangen, so die Uni-Sprecherin. Bei der Lehrveranstaltung im Wintersemester kam unter anderem der Mediziner Andreas Sönnichsen zu Wort, der von der MedUni Wien gefeuert wurde. Er hatte sich wiederholt gegen die Impfung und Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Die Historikerin Andrea Komlosy hatte den Grünen Pass als „Mittel der staatlichen Überwachung“ bezeichnet.

Erstrangige und international anerkannte Fachleute sollen die Vorlesungen im Sommersemester halten. „Die spezifischen Themen und Referent*innen werden spätestens noch vor dem Monatsende feststehen“, teilte die Uni Wien auf Twitter mit. Organisiert wird die Ringvorlesung, in der Vortragende von verschiedenen Hochschulen und Disziplinen zu Wort kommen, von Barbara Prainsack, Professorin an der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Hauptuni und Thomas Beyer von der MedUni Wien.

Prainsack war Professorin für Global Health und Social Medicine am King’s College in London und ist seit 2009 Mitglied der österreichischen Bioethikkommission. Beyer ist Professor am Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik.

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