07.01.2022 10:04 |

„Dreckig, Ungeziefer“

In Djokovics Hotel wurden schon Maden „serviert“

Tennis-Star Novak Djokovic wartet derzeit in einem Hotel für Ausreisepflichtige in Melbourne auf die Anhörung am Montag - sportkrone.at berichtete. Das „Park Hotel“ im Stadtteil Carlton, in dem vorwiegend Migranten untergebracht sind, hat nicht gerade den besten Ruf ...

Erst vor Kurzem berichtete das australische Medium „SBS News“ über die Zustände in dem Hotel, veröffentlichte Bilder von Maden in einer Schüssel mit Huhn und Gemüse sowie von verschimmelten Brotstücken, die dort offenbar serviert wurden.

„Ich war einfach schockiert. Das Essen, das sie geliefert haben, bringt die Menschen in Gefahr. Selbst ein Tier kann diese Art von Nahrung nicht essen“, wird ein irakischer Asylwerber zitiert.

Novaks Vater Srdjan Djokovic hatte sich bei einer Pressekonferenz auch schon über die Zustände in dem Hotel beklagt. Es sei „dreckig, voller Ungeziefer und mit furchtbarem Essen“. Man habe seinem Sohn nicht erlaubt, in ein besseres Hotel oder ein Miethaus umzuziehen.

„Es ist eine schlimme, schlimme Unterkunft“, sagte Djokovics Mutter Dijana. „Ich fühle mich fürchterlich, dass sie ihn als Gefangenen halten.“ Australiens Innenministerium entgegnete darauf, Djokovic werde mitnichten gefangen gehalten und könne das Land jederzeit verlassen.

Djokovic will unbedingt bei den Australian Open spielen, obwohl er offenkundig ungeimpft ist. Weil eine Impfung vor der Einreise eigentlich erforderlich ist, erwirkte der Serbe eine medizinische Ausnahmegenehmigung. Diese ist höchst umstritten, zumal der 34-Jährige bisher nicht offengelegt hat, mit welcher Begründung sie ihm erteilt wurde. Nur eine „Handvoll“ von Tennisprofis habe eine solche Ausnahmegenehmigung erhalten, teilte Turnierchef Craig Tiley mit.

Bei der Einreise stellten die Grenzschützer am Flughafen Melbourne aber fest, dass das Visum des Serben ungültig ist. Djokovic habe keine ausreichenden Belege vorgelegt, die ihn zur Einreise berechtigen, hieß es.

Die Debatte um Djokovic gärt schon seit Monaten. Er hat sich gegen eine Impfpflicht ausgesprochen und um seinen Impfstatus stets ein Geheimnis gemacht. Mitte 2020 infizierte er sich mit dem Coronavirus. In Australien ist der Umgang mit der Pandemie nach monatelangen harten Lockdowns und rigiden Einreisebeschränkungen ein emotional aufgeladenes Thema.

Selbst viele Bürger des Landes konnten sehr lange nicht in ihre Heimat und zu ihren Familien reisen, weil sich Australien zum Schutz vor einer Einschleppung des Coronavirus abgeschottet hatte. Dass nun ein Tennis-Millionär eine Ausnahme erhalten sollte, empört viele Menschen. Dagegen warfen serbische Spitzenpolitiker den australischen Behörden Schikane vor und unterstellten ihnen gar politische Motive.

krone Sport
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