06.01.2022 08:33 |

Visum war ungültig

Knalleffekt! Djokovic droht Abschiebung

Nach stundenlangem Hin und Her ist es nun fix: Australiens Behörden haben das Einreise-Visum von Novak Djokovic abgelehnt und den Tennis-Superstar zur Ausreise aufgefordert! Djokovic, bzw. jemand aus seinem Team, hatte offenbar ein falsches Visum beantragt - womit die eigentlich für ihn bei den Veranstaltern der Australian Open durchgedrückte Ausnahme für nicht gegen Corona geimpfte Sportler hinfällig geworden sein dürfte. Djokovic wird nach seinem Visums-Entzug bei der Einreise nach Australien wohl die Nacht in Melbourne verbringen. Am Gericht sei noch nicht der Antrag eingegangen, mit dem die Anwälte des Weltranglisten-Ersten die Stornierung des Visums anfechten wollen, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP am Donnerstagnachmittag (Ortszeit). 

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Ursprünglich sollte der 34-Jährige noch am Donnerstag die Heimreise antreten.

Brisant: Abgesehen von dem falschen Visum, über das man womöglich noch hinwegsehen hätte können, soll Djokovic darüber gestolpert sein, dass er für seine Ausnahme-Einreise nach Australien angegeben habe, in den vergangenen sechs Monaten von einer Corona-Infektion genesen zu sein. Genau diese Genesung konnte der „Djoker“ den australischen Behörden offenbar nicht glaubhaft genug machen, etwa mittels amtlicher Dokumente. Freilich: Der Serbe, der die Aufforderung erhielt, das Land am Donnerstag zu verlassen, will nun gegen seine Abschiebung vorgehen.

In die Causa schaltete sich am Abend auch Serbiens Präsident Aleksandar Vucic ein, er bot dem Tennis-Star in einem Telefonat seine Hilfe an. „Ganz Serbien ist mit Novak und unsere Behörden tun alles, um diese Schikane sofort zu beenden“, erklärte Vucic, der den australischen Botschafter in Belgrad einbestellte. Die Causa könnte damit auch diplomatische Konsequenzen verursachen.

Rückblende: Bei der Ankunft auf dem Flughafen von Melbourne war in der Nacht auf Donnerstag (Ortszeit) festgestellt worden, dass es ein Problem mit dem Visum des 20-fachen Grand-Slam-Siegers gab. Demnach sei mit den von Djokovic vorlegten Dokumenten die Einreise für Ungeimpfte nicht möglich. Von kurz vor Mitternacht bis etwa 5 Uhr früh musste Djokovic dann in einem kleinen Raum am Flughafen für Befragungen ausharren, niemand durfte bei ihm sein und vor der Tür nahmen Sicherheitsleute Stellung.

Die daraufhin kontaktierten Behörden des australischen Bundesstaats Victoria verweigerten eine Unterstützung für den Weltranglisten-Ersten. Man werde Djokovic keine Hilfe dabei gewähren, ein Visum für die Teilnahme an den Australian Open zu erhalten, twitterte die Sportministerin von Victoria, Jaala Pulford. „Wir waren in zwei Punkten immer klar: Visa-Genehmigungen sind eine Sache der Nationalregierung, medizinische Ausnahmen sind ein Fall für Ärzte“, schrieb die Politikerin.

„Keine Sonderregeln“
Der australische Premierminister Scott Morrison hatte frühzeitig ausreichende Belege für die Ausnahmegenehmigung des 20-fachen Grand-Slam-Siegers gefordert. Sonst werde der 34-Jährige „im ersten Flieger nach Hause“ sitzen, warnte Morrison und fügte hinzu: „Für Novak Djokovic sollte es keine Sonderregeln geben, absolut keine.“ Davor war in Medien und sozialen Netzwerken viel Kritik laut geworden an der Entscheidung, dass Djokovic offenbar ohne die eigentlich vorgeschriebene Impfung gegen das Coronavirus ins Land darf.

Wer nicht geimpft ist, kommt nicht rein“
Ein User nannte Djokovics Teilnahme eine „Ohrfeige für alle Australier“ und sprach damit vielen Australiern aus der Seele. Der Sender „ABC“ sprach von „Zorn und Konfusion“ im ganzen Land. „Es ist mir egal, wie gut er als Tennisspieler ist. Wenn er sich weigert, sich impfen zu lassen, sollte er nicht reingelassen werden“, betonte der prominente Arzt Stephen Parnis. Die Ausnahmegenehmigung für den serbischen Tennisstar sei „eine erschreckende Botschaft“ an Millionen Australier.

Der Sportreporter Andy Maher aus Melbourne erklärte, selbst zahlreichen Australiern sei zwei Jahre lang eine solche Ausnahmegenehmigung zur Einreise in ihr Heimatland verweigert worden, „aber dieser Kerl - der sich angesichts des Coronavirus außergewöhnliche Freiheiten herausgenommen hat - bekommt seine Ausnahme“. Djokovic sei ein großartiger Sportler, „aber er ist nicht unverzichtbar“. Die Journalistin Samantha Lewis twitterte, es sei „die patriotische Pflicht“ aller Zuschauer, Djokovic während seines gesamten Aufenthalts auszubuhen.

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