04.01.2022 07:00 |

2G-Kontrolle in Sbg

Strafen für Händler: „Halte ich für unnötig“

In Salzburg – und nur in Salzburg – müssen Händler seit Montag für 2G-Sicherheit sorgen und sind dafür auch verantwortlich. Kunden sehen das entspannt, die Betreiber indes stören sich nicht nur am Mehraufwand. Stichwort Geldstrafe.

Seit 15. November des Vorjahres gilt für Ungeimpfte ein bundesweiter Lockdown. Manche aus dieser Bevölkerungsgruppe haben die Verordnung jedoch missachtet. Als Konsequenz darauf trat am Montag in Salzburg – und nur in diesem Bundesland – eine verschärfte Regel in Kraft: Händler, die nicht zu körpernahen Dienstleistern oder Lebensmittelhandel zählen, müssen ab sofort selbst die 2G kontrollieren.

Für die Kunden ändert sich nicht viel. Die müssen nun bei Schuhhändler, im Mode-Geschäft und Co. ein Impf- oder Genesungszertifikat vorweisen. „Für mich als Kunde ist das gar nichts Neues“, erzählte Bernhard Eder der „Krone“ beim Lokalaugenschein im Europark. „Ich mache da gerne mit und halte die genauen Kontrollen für richtig!“

Kleineren Shops fehlt es oft an Ressourcen
Teilweise recht verschnupft reagiert der (Einzel-)Handel auf die neuen Maßnahmen. Selbst Shops mit nur einem Mitarbeiter müssen nun 2G kontrollieren. Es fehlen die Ressourcen, um wie bei größeren Betrieben einfach Extra-Personal etwa am Eingang zur Kontrolle zu installieren. „Außerdem ist mir der Sinn nicht klar“, seufzt Kathrin Kerschbaumer vom Juwelier Reiter. „Ein Kunde kann sich so lange bei uns aufhalten, wie er will. Erst wenn er zahlt, muss ich 2G kontrollieren. Das halte ich einfach für richtig blöd!“

Zitat Icon

Erst wenn die Kunden etwas kaufen, muss ich zum 2G-Nachweis auffordern. Das halte ich einfach nur für richtig blöd.

Kathrin Kerschbaumer, Juwelier Reiter, Europark

Von 3600 Euro Geldbuße bis zu Ersatzfreiheitsstrafe
Besonders sauer stößt den Wirtschaftstreibenden der Strafenkatalog auf. Wer dabei ertappt wird, seine Kunden nicht zu kontrollieren, dem droht eine Geldbuße bis 3600 Euro, im schlimmsten Fall gar eine Ersatzfreiheitsstrafe. „Ich halte das persönlich für absolut unnötig“, ärgerte sich Sandra Tabar. Die stellvertretende Filialleiterin (Betten Ammerer, Münzgasse) versteht wie viele Kollegen nicht, warum die Kontroll-Verantwortung so einfach weiter gereicht wird.

Immerhin: In den meisten Fällen läuft alles unkompliziert ab, helfen die Einkaufenden gar mit. „Viele Kunden zücken den 2G-Nachweis schon ungefragt beim Eintreten“, freut sich Andrea West (Aschauer Hüte, Getreidegasse). Im Europark kann indes an Info-Points ein 2G-Stempel für das gesamte Einkaufsareal abgeholt werden. Das kommt gut an.

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