10.12.2021 13:03 |

In Südsteiermark

60-Jähriger attackierte seinen Bruder mit Messer

Ein 60-jähriger Südsteirer ist am Donnerstag mit einem Messer auf seinen Bruder losgegangen. Der 62-Jährige aus Kapfenstein blieb zum Glück unverletzt. Grund für den Angriff soll lauf dem Opfer die Drogen- und Tablettensucht des 60-Jährigen sein. 

Der fatale Tag begann für den Angreifer, einen 62-jährigen Südsteirer, mit einem Unfall. Am Donnerstag gegen Mittag begab er sich mit seinem Pkw zum Wohnsitz seines Bruders (62) in Kapfenstein. Dabei kam der mittelgradig alkoholisierte Mann unweit vom Zielort entfernt mit dem Fahrzeug von der schneeglatten Fahrbahn ab und blieb in einem Graben hängen. Zu Fuß setzte der 60-Jährige daraufhin seinen Weg zum Haus des Bruders fort.

Angriff mit zwei langen Messern
Dort bedrohte er diesen offenbar überraschend mit zwei unterschiedlich langen Messern in der Hand. Der 62-Jährige war zu diesem Zeitpunkt gerade im Außenbereich der Terrasse mit dem Reinigen seiner vollgeschneiten TV-Satellitenanlage beschäftigt, als er seinen zu Fuß herannahenden Bruder - eigenen Angaben zufolge - lediglich zufällig bemerkte. Er konnte noch rechtzeitig ins Haus flüchten.

Mit einem Hammer schlug der 60-Jährige in der Folge die Verglasung der versperrten Haustüre ein und konnte so gewaltsam in das Haus eindringen. Dort scheiterte er jedoch an einer ebenso versperrten Verbindungstür. Der 62-Jährige konnte schließlich mit seinem Pkw flüchten und die Polizei alarmieren.

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Er ist ein seelenguter Mensch, wenn er nüchtern ist.

Der attackierte Bruder

Polizei leitete Fahndung ein
Mit Unterstützung von umliegenden Streifen aus Bad Gleichenberg und Halbenrain leiteten Beamte der Polizeiinspektion Fehring sofort eine Fahndung nach dem 60-Jährigen ein. Dieser hatte sich zwischenzeitlich bereits zu Fuß vom Tatort entfernt. Polizisten nahmen den Mann kurz vor 12 Uhr widerstandslos im Bereich einer nahegelegenen Gemeindestraße fest. Bei ihm stellten die Beamten ein rund 20 cm langes Messer sicher. Das zweite offenbar ebenso bei der Tat verwendete Messer stellten die Beamten am Tatort sicher.

Das 62-jährige Opfer sowie die bei der Festnahme beteiligten Polizisten blieben unverletzt. Der 60-jährige Aggressor dürfte sich beim gewaltsamen Eindringen in das Haus oberflächliche Verletzungen an der Hand zugefügt haben. Er wurde vom Roten Kreuz medizinisch erstversorgt und letztlich in einen polizeilichen Haftraum überstellt.

Hintergründe nicht ganz geklärt
Bisherigen Ermittlungen zufolge soll laut Polizei der Tod eines erst kürzlich verstorbenen nahen Angehörigen und ein damit einhergehendes Erbe den Streit zwischen den Brüdern ausgelöst haben. Dem widerspricht aber das Opfer im Gespräch mit der „Krone“: „Es gibt keinen Erbstreit. Vor zwei Tagen ist der Lebensgefährte meiner Mutter gestorben, aber das hat mit uns nichts zu tun. Mein Bruder ist leider stark tabletten- und drogenabhängig, dazu trinkt er. Dann bildet er sich Sachen ein.“ Nüchtern sei er eine Seele von einem Menschen. „Nur leider hilft ihm niemand, davon loszukommen.“

Der durch Alkohol und/oder andere Substanzen beeinträchtigte 60-Jährige war bislang nicht vernehmungsfähig und befindet sich bis auf weiteres in Haft. Seine Einvernahme soll heute erfolgen. Die Staatsanwaltschaft Graz ordnete eine körperliche Untersuchung des Mannes an und stellte die Einlieferung des polizeilich bekannten Mannes in die Justizanstalt in Aussicht. Die Ermittlungen laufen.

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