Di, 14. August 2018

Unsauberer Abgang

12.04.2011 09:28

Knapp 58 Prozent befürworten den Pacult-Rauswurf

Peter Pacult polarisiert - bis zum bitteren Ende. Binnen knapp 24 Stunden beteiligten sich über 3.000 krone.at-User an der Abstimmung zu seinem unsauberen Abgang bei Rapid. 57,8 Prozent (Stand: Dienstag, 9 Uhr) befürworten dabei den Rauswurf durch Präsident Rudolf Edlinger, 42,2 Prozent der User hätten den 51-Jährigen auch nach seinem Techtelmechtel mit Red Bull gern weiterhin als Coach in Hütteldorf gesehen. Für Präsident Rudolf Edlinger war dies nach den Vorfällen am Wochenende aber keine Option mehr.

"Es war klar, dass unter derartigen Voraussetzungen eine gedeihliche Arbeit nicht mehr möglich ist. Wir stehen in einer entscheidenden Phase der Saison, da ist volle Konzentration gefordert", meinte der Rapid-Präsident am Montag auf einer Pressekonferenz und bezog sich damit auf die turbulenten Entwicklungen, seitdem Gerüchte über einen Wechsel von Pacult zum deutschen Red-Bull-Ableger RB Leipzig aufgetaucht waren.

Gegen Presseaussendung protestiert
Nach der Darstellung von Edlinger wurde ihm und General Manager Werner Kuhn am Samstagabend vom Trainer glaubhaft vermittelt, dass an den Gerüchten um einen Wechsel nichts dran sei. Als dies am Sonntagvormittag per Presseaussendung kommuniziert wurde, wehrte sich Pacult gegen diese Version. "Er hat dagegen massiven Einwand erhoben gegenüber einem Rapid-Mitarbeiter, und mir hat er es auch auf Band gesprochen. Das lässt den Umkehrschluss zu, dass es sehr wohl Verhandlungen mit Red Bull gegeben hat."

Telefonisch war der Trainer für den Präsidenten weder am Sonntag noch am Montag zu erreichen, also wurde Pacult anderweitig von seiner Entlassung in Kenntnis gesetzt. "Das SMS ist das Kommunikationsmittel der Minderjährigen. Wir haben ihm Montag früh einen eingeschriebenen Brief und ein Mail geschickt", erzählte Edlinger. Zum für Montag um 9.30 Uhr angekündigten Rapid-Training erschien Pacult dann gar nicht mehr. Das unentschuldigte Fernbleiben wird laut Edlinger aber nicht als Grund für die fristlose Entlassung angegeben, sollte Pacult vor das Arbeitsgericht gehen. In diesem Fall würde man das fehlende Vertrauensverhältnis geltend machen.

Abstimmung in der Infobox: Ist der Rauswurf berechtigt?

Edlinger: Freundschaftliches Ende wäre möglich gewesen
Dass die viereinhalbjährige Zusammenarbeit mit einem derartigen Getöse zu Ende geht, wäre laut Edlinger nicht notwendig gewesen. "Wenn er zu uns gekommen wäre, hätten wir den Vertrag auch freundschaftlich lösen können." Nun erspart sich Rapid - vorbehaltlich gerichtlicher Schritte von Pacult - die weiteren Gehaltszahlungen an den Wiener, fällt aber möglicherweise um eine Ablösesumme um. Immerhin wäre Pacults Vertrag noch bis Sommer 2012 gelaufen.

Die Mannschaft wurde von der Entlassung Pacults vollkommen überrascht. "Die Trainer-Entlassung ist für uns schon überraschend gekommen. Wir haben heute in der Früh von nichts gewusst, waren auf ein Training eingestellt", erklärte Rapid-Kapitän Steffen Hofmann am Montag in einer Reaktion auf die Entwicklung. "Jetzt ist es wichtig, dass wir alle Ruhe bewahren und uns auf die sportlichen Aufgaben konzentrieren. Der Verein hat so entschieden, wir Spieler haben das zur Kenntnis zu nehmen."

Barisic übernimmt Training: "Große Ehre für mich"
Als Interimslösung wird nun Zoran Barisic bei Rapid einspringen. "Das ist für mich eine große Ehre, ich bin dem Präsidenten für das Vertrauen sehr dankbar", erklärte Barisic, der im Sommer 2009 auf Betreiben von Pacult von der Kampfmannschaft entfernt worden war und seither als Individualtrainer beim Rapid-Nachwuchs arbeitete. Über Pacult verlor Barisic öffentlich kein schlechtes Wort und gab sogar zu Protokoll, die Spieler seien "konditionell in einem Top-Zustand. Jetzt geht es darum, dass sie ihr Potenzial zu 100 Prozent ausschöpfen". Dabei sollen Robert Haas (bisher bei den Amateuren) und Thomas Bogendorfer (zuletzt im Nachwuchs) mithelfen.

Auch Kapitän Hofmann zeigte sich mit dieser Lösung zufrieden: "Barisic zum Interimstrainer zu machen, ist eine logische Entscheidung. Er kennt die meisten Spieler und weiß sicher sehr viel mehr als einer, der von außen kommt."

Herzog, Kühbauer oder Schöttel als Pacult-Nachfolger?
Sofern unter Barisic keine Siegesserie hingelegt wird, könnte Pacults langfristiger Nachfolger Andreas Herzog (U21-Teamchef), Dietmar Kühbauer (Admira-Trainer) oder Peter Schöttel (Wiener-Neustadt-Coach) heißen. Als Anwärter auf den Sportdirektor-Posten gilt Carsten Jancker, er ist aber auch als Co-Trainer im Gespräch. Eine kurzfristige Rückkehr von Alfred Hörtnagl ist nicht realistisch, auch wenn sein Rivale Pacult nicht mehr beim Verein ist. "Das wäre nicht besonders opportun, wenn sich einer entschieden hat, den Verein zu verlassen", meinte Edlinger und ergänzte: "Das Haus wird neu bestellt."

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