09.11.2021 15:52 |

Krank und depressiv

„Was wir essen, bestimmt auch Gemütszustand“

Weltweit sind schätzungsweise 350 Millionen Menschen von einer psychischen Störung oder Erkrankung wie einer Depression betroffen. Nach Aussage der WHO können Depressionen zu Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und einigen Untersuchungen zufolge auch zu Krebs führen. Unterschätzt wird dabei oft der Einfluss der alltäglichen Ernährung auf unsere seelische Gesundheit: „Was wir essen, bestimmt nicht nur unsere körperliche Vitalität, sondern auch den Gemütszustand, unsere innere Balance und Glücksgefühle.“

Laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation) setzen Depressionen oft schon in jungem Alter ein, können in schwersten Fällen zum Suizid führen, in milder Form aber sogar ohne Medikamente behandelt werden. Sie stellt sogar fest, dass jede siebte Person in Europa im Laufe ihres Lebens an schweren Stimmungsstörungen leidet. Depressionen sind der häufigste Grund für lange Fehlzeiten sowie Einschränkungen im Alltag und machen in der EU knapp 26 Prozent der Krankheitslast aus.

Du bist, was du isst
Wolfgang Friess, Geschäftsführer der Plattform für Nahrungsergänzung und gesunde Ernährung famvital.com, glaubt an den Einfluss der alltäglichen Ernährung auf unsere seelische Gesundheit: „Die Ernährung, aber vor allem die Ernährungsgewohnheiten werden oft unterschätzt und leider viel zu selten angesprochen. Was wir essen, bestimmt nicht nur unsere körperliche Vitalität, sondern auch den Gemütszustand, unsere innere Balance und unsere Glücksgefühle“, so der Experte. 

Eine glückliche Seele wohnt in einem gesunden Körper, der schlichtweg auch von den Nähr- und Vitalstoffen abhängig ist, die wir ihm geben. Allen voran die Aminosäuren L-Tyrosin und L-Trypto-phan, letztere ist die Vorstufe unseres Glückshormons Serotonin. Der Körper kann sie selbst nicht herstellen, weshalb L-Tryptophan somit über die Ernährung aufgenommen werden muss. Auch B-Vitamine, Omega-3-Säuren, Magnesium, Eisen und Folsäure sind als Vitalstoffe eine hervorragende Nervennahrung.

Können wir uns glücklich essen?
Eine ausgewogene Ernährung bleibt in den meisten Haushalten auf der Strecke. Die Ursachen dafür liegen in den Ernährungsgewohnheiten, verursacht durch Fast Food, Zeitmangel und minderwertige Lebensmittel, um nur einige zu nennen.

Während das American Journal of Psychiatry eine bereits 2010 durchgeführte Studie veröffentlichte, die nachwies, dass eine Ernährung mit vorwiegend industriell verarbeiteten und dadurch eher nährstoffarmen Lebensmitteln die Entstehung von Depressionen fördern kann, belegte eine weitere Studie von 2012 (erschienen im Journal of Human Nutrition and Dietetics), dass das Risiko an einer Depression zu erkranken mit ausgewogener Ernährung deutlich gesenkt werden kann, wenn sie besonders die zuvor genannten Nähr- und Vitalstoffe beinhaltet.

OECD-Studie: Depressionen seit 2019 mehr als verdoppelt
In Österreich erlitten im Pandemie-Jahr 2020 mehr als doppelt so viele Menschen (21 Prozent) wie noch 2019 depressive Symptome - das geht aus dem neuen „Gesundheit auf einen Blick“-Bericht („Health at a Glance“) der OECD hervor. In vielen anderen Ländern ist diese Entwicklung bei Depressionen und Angsterkrankungen ebenfalls sichtbar. Die Lebenserwartung ging zurück, die Sterblichkeit stieg an.

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