08.11.2021 06:00 |

Nach Metaller-Einigung

Ärztekammer fordert 5% mehr für Spitalspersonal

Nach einem Verhandlungsmarathon bis weit in die Nacht auf Sonntag hinein kamen Gewerkschaft und Arbeitgeber doch noch zu einer Einigung über die Metallerlöhne. Das Plus in der Höhe von drei bis 3,55 Prozent ruft nun die Ärztekammer auf den Plan: Das Spitalspersonal habe sich eine deutlich höhere Gehaltserhöhung verdient.

In der Nacht auf Sonntag stieg in Eugendorf (Salzburg) doch noch weißer Rauch auf. Die Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie bekommen drei Prozent mehr Lohn und Gehalt auf ihren Kollektivvertrag, die Ist-Löhne, die Realeinkommen über dem Kollektivvertrag, steigen um 3,55 Prozent brutto.

Metaller: Gewerkschaft zufrieden
Der Mindestlohn legt auf 2089,87 Euro brutto zu. Bei den Lehrlingen gibt es ein Plus von bis zu 6,74 Prozent, bei den Zulagen von 3,55 Prozent. Die Gewerkschaft, die mit der Forderung nach einer Erhöhung von 4,5 Prozent in die Verhandlungen gestartet ist, zeigt sich mit dem Erreichten hochzufrieden. Die Arbeitgeber sprechen davon, dass das Ergebnis „für viele Betriebe an der Schmerzgrenze“ sei.

Angestellte müssen 1727 Euro mehr Abgaben zahlen
Am meisten profitieren werden davon aber nicht die Arbeitnehmer, sondern der Staat, sagt der wirtschaftsliberale Thinktank Agenda Austria. Demnach werden Angestellte in der Branche zwar im Schnitt um 1146 Euro mehr Netto-Jahreseinkommen haben, aber auch 1727 Euro mehr Abgaben zahlen müssen.

„Nur ein Puzzleteil für eine dringend nötige Strategie“
Da die Metaller traditionell als Richtwert für andere Branchen gelten, gibt es auch schon die nächsten Forderungen. Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, meint „mit Recht“ verlangen zu können, dass „dem Spitalspersonal, das seit den knapp zwei Jahren der Corona-Pandemie nahezu Übermenschliches leistet, um die Patientenversorgung in den Spitälern auf höchstem Niveau aufrecht zu erhalten, mehr Gehaltserhöhung als den Metallern zugesichert wird“. Eine Gehaltsanpassung um „mindestens fünf Prozent“ hält er für angemessen. Dies wäre ein „deutliches und überfälliges Zeichen der Wertschätzung“. Ein höheres Gehalt ist für Mayer jedoch „nur ein Puzzleteil für eine dringend nötige Strategie“, um das heimische Gesundheitssystem abzusichern.

Auf die prekäre Situation der Beschäftigten im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich macht am Mittwoch eine Protestaktion der „Offensive Gesundheit“ aufmerksam. Um fünf nach zwölf Uhr, so lautet auch der Name der Aktion, macht das Personal eine kurze Pause, um eine Botschaft an Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein zu senden. Körperliche und mentale Limits seien weit überschritten worden, heißt es darin etwa.

Von
Kronen Zeitung
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 05. Dezember 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)