20.10.2021 20:24 |

Brisante Chats

Wolfgang Schüssel drängt ÖVP zu „Selbsterkenntnis“

Der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) stärkte am Mittwoch seiner Partei den Rücken. Er verurteilte im Vorfeld der Grundsatzrede von Finanzminister und ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel den „spürbaren Hass“ in der Politik. In Sachen Sprache sei jedoch auch in der ÖVP eine „Selbsterkenntnis“ notwendig, so Schüssel.

Politik sei zwar oft „leidenschaftlich“, könne aber auch „Leiden schaffen“, wie man in der „jetzigen Situation“ wieder sehe, meinte Altkanzler Schüssel. Ganz generell sei der Beruf des Volksvertreters aber „faszinierend“, versicherte zum Auftakt des türkisen Events.

Schüssel: „Da setzt es aus bei mir“
Schüssel zeigte sich hingegen betroffen über den „spürbaren Hass“ und die Polarisierung in der Politik. Dass etwa im Theater dazu aufgerufen werde, Andreas Khol zu köpfen oder Sebastian Kurz zu liquidieren, sei nicht akzeptabel: „Mit Verlaub gesagt, da setzt es aus bei mir.“

Das „Verächtlichmachen“ sehe man aber beispielsweise auch in Parlamentsdebatten oder sozialen Medien. Man müsse nun weg von dieser „Nabelschau wieder hin zu der Sache“ kommen.

Vorgelesene Chats „eine Zumutung“
Auch hält der frühere Regierungschef wenig davon, dass die jüngst an die Öffentlichkeit gelangten ÖVP-Chats von Burgschauspielern vorgelesen werden. Dies sei eine „Zumutung“. Er gestand jedoch ein, dass in Sachen Sprache eine „Selbsterkenntnis“ auch in der ÖVP notwendig wäre.

Schüssel war - neben zahlreich erschienener Wiener ÖVP-Prominenz - der einzige Altkanzler im Publikum. Sebastian Kurz verzichtete auf eine Teilnahme bei der Feier.

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