14.09.2021 09:00 |

Einweisung beantragt

Nach Schusswechsel mit Polizei droht die Anstalt

Der beispiellose Polizeieinsatz am 25. Juni 2020 vor einem Wohnhaus in Salzburg-Leopoldskron hätte auch schlimmer ausgehen können: Schüsse fielen aus zwei Dienstwaffen. Ein psychisch kranker Salzburger hatte einem Beamten die Pistole entrissen - er feuerte viermal auf diesen. Auch ein zweiter Polizist drückte den Abzug.

Mehr als ein Jahr hat die Staatsanwaltschaft den Fall geprüft und nun die Einweisung in eine Anstalt beantragt. Denn: Der betroffene Salzburger (37) ist psychisch krank. An jenem Juni-Tag war er drogenbedingt nicht zurechnungsfähig. Sonst wäre ihm der Vorwurf des versuchten Mordes zu machen.

Vier Schüsse aus Dienstwaffe abgegeben
Tatsächlich löste das Verhalten des 37-Jährigen den Vorfall erst aus: Seine Familie hatte laut Staatsanwalt Robert Holzleitner damals den Notruf gewählt, da der 37-Jährige „durchdrehe und alles zerstöre“. Als die erste Streife ankam, lag der Betroffene nach einem Sturz vom Vordach verletzt am Boden. Als sich ein Beamter den am Boden liegenden 37-Jährigen näherte, kam es zu einem Gerangel. Dabei entriss der Salzburg dem Beamten seine Dienstwaffe aus dem Holster und drückte ab – viermal.

Polizist schoss sechsmal zurück
Daraufhin feuerte auch der zweite Beamte: sechsmal. Sowohl der Polizist als auch der 37-Jährige wurden von den Schüssen getroffen - ein Projektil blieb sogar im Funkgerät des Polizisten stecken. Wer aber wen angeschossen hat, sei „nicht feststellbar“, heißt es im Unterbringungsantrag. Der schießende Beamte handelte aber „mit dem Willen, sein Leben und das Leben seines Kollegen zu verteidigen“. Deshalb werde nur dem 37-Jährigen - verteidigt durch Anwalt Kurt Jelinek - der Prozess gemacht.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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