13.09.2021 14:33 |

„Unangenehmes Thema“

Martina Rupp über Schlankheitswahn im TV

Nach 42 Jahren ist Martina Rupp im August in ORF-Pension gegangen. Ein Abschied, der ihr nicht leicht gefallen sei, so die sympathische Moderatorin im Interview mit W24. In der Show von Paul Tesarek sprach die 60-Jährige nicht nur über ihre lange Karriere und ihre schwere Erkrankung, sondern auch über den Schlankheitswahn im TV.

„Erstaunlich gut“ fühle es sich mittlerweile an, dass sie nicht mehr beim ORF arbeite, verriet Martina Rupp im Interview mit W24. Dabei hatte sie es „nicht so leicht mit dem Abschied“, habe diesen „wie sterben“ empfunden, gestand die sympathische Moderatorin, die ihre Karriere 1979 bei der Ö3-Sendung „Zick Zack“ gestartet hatte.

„Diese 42 Jahre“ seien „ja Teil meines Leben“, so Rupp weiter, „ich bin mit dieser Arbeit erwachsen geworden, reifer geworden und älter geworden. Und wenn man das alles abzieht, hab' ich mir gedacht, was bleibt dann von mir übrig?“

„Ich habe Radio über alles geliebt“, gab Rupp zudem zu. „Radio hat einen in die Welt hinaus geführt.“ Im Gegensatz zum Radio sei im TV das Thema nämlich oft über optische Reize zur Nebensache geworden, weiß Rupp zu berichten. Ein Outfit, Interaktion mit dem Interview-Partner oder Mimik und Gestik hätten Zuschauer oft mehr in den Bann gezogen - wie oft auch die Frage nach dem Gewicht.

„Ein ewiges, sehr unangenehmes Thema“
Dies sei „ein ewiges Thema, ein sehr unangenehmes Thema, wenn man nicht mit einem schlanken Körperbau gesegnet ist und mit der Fähigkeit, sich gesund zu ernähren und auch mal gern Palatschinken isst, und noch dazu nicht so wahnsinnig sportlich ist“, erklärte Rupp offen. Auf alten Fotos von sich könne man auch stets „die verschiedenen Phasen, wo ich grad mit irgendwelchen verrückten Diäten versucht habe, abzunehmen, erkennen“, gestand sie sich ein.

Am Ende ihrer ORF-Karriere sei sie schließlich ziemlich krank geworden, erklärte die Moderatorin weiter. „Ich habe eine Gürtelrose gekriegt, eine ziemlich schmerzhafte Erkrankung, wo ich überlegt habe, aufzuhören“, führte sie aus. „Ich konnte mich überhaupt nicht mehr rühren und habe sehr zugenommen.“

„Ich war eine arme Sau“
Damals habe sie auch sehr mit ihrer Arbeit gehadert, schilderte Rupp weiter. Sie sei „so an der Kippe“ gewesen. „Habe gesagt, was soll ich jetzt tun? Soll ich mich zurückziehen in ein Loch und warten, bis das gut ist?“ Doch eine ihrer Schwestern, die Physiotherapeutin in der Geriatrie ist, habe ihr schließlich geholfen. „Ich war eine arme Sau“, erinnerte sie sich zurück. „Aber sie hat gesagt: Das krieg ma hin.“

Mittlerweile gehe es ihr wieder gut, freute sich Rupp, die aktuell Veranstaltungen moderiert und fürs VOR-Magazin schreibt. „Jetzt mache ich zweimal in der Woche Pilates. Und wir gehen zusammen zum Nordic Walking.“

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