Impfgremium empfiehlt:

Dritte Corona-Impfung nur mit Pfizer und Moderna

Österreich
17.08.2021 16:14

Das Nationale Impfgremium hat als Empfehlung für die dritte Dosis der Corona-Schutzimpfung konkretisiert, dass nur noch die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna zum Einsatz kommen sollen. Personen mit besonders hohem Risiko eines schweren Verlaufs sollen demnach zeitnah, nicht später als 9 Monate, jüngere Menschen nicht später als zwölf Monate nach der vollständigen Erstimpfung eine weitere Impfung erhalten. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) bezeichnete den dritten Stich als „weiteren Schritt in unserem Plan für einen sicheren Herbst“.

„Für diese weitere Dosis wird in allen Fällen ein mRNA-Impfstoff empfohlen“, schreibt das Impfgremium. Als Erstes sollen die „Drittimpfung“ Seniorinnen und Senioren ab 65 erhalten, Risikopatienten sowie all jene, die ursprünglich die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca sowie Johnson & Johnson erhalten haben.

Das Nationale Impfgremium hat Empfehlungen für die dritte Dosis der Corona-Schutzimpfung konkretisiert. (Bild: GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com)
Das Nationale Impfgremium hat Empfehlungen für die dritte Dosis der Corona-Schutzimpfung konkretisiert.

Auffrischungen können ab sofort starten
Damit könnten die ersten Auffrischungsimpfungen theoretisch ab sofort starten. Das Gesundheitsministerium verweist allerdings darauf, dass auch eine gewisse Vorbereitungszeit für die Bundesländer einkalkuliert werden muss, die die Organisation der Impfungen übernehmen.

Mückstein wirbt erneut für Corona-Impfung
Für die dritte Gruppe der 12- bis 18-Jährigen wird vorerst noch keine Auffrischung empfohlen. Hier ist die Impfung aber ohnehin erst Ende Mai angelaufen. Mückstein rührte am Dienstag auch ein weiteres Mal die Werbetrommel für die Corona-Schutzimpfung: „Ebenso wichtig, wie die zeitgerechte Verabreichung eines dritten Stichs ist jedoch, dass all jene, die noch nicht geimpft sind, sich einen ersten Stich holen“, so der Gesundheitsminister in einer Aussendung.

„Müssen uns früh auf den Herbst vorbereiten“
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) betonte indes: „Wir müssen uns früh genug auf den Herbst vorbereiten und besonders vulnerable Gruppen schützen durch den dritten Stich, denn die Infektionszahlen werden voraussichtlich weiter steigen.“ Erste Erfahrungen aus Israel würden zeigen, dass der dritte Stich dort erfolgversprechend sei.

Rendi-Wagner für Anreize: Konzertkarten, Impflotterie
SPÖ und NEOS forderten von der Regierung am Dienstag allerdings mehr Einsatz für eine höhere Impfrate. Dazu zählt SP-Chefin Pamela Rendi-Wagner neben Anreizen wie der Vergabe von Konzertkarten und einer Impflotterie eine bessere Datenlage, damit auch bekannt wird, wie viele Corona-Erkrankte in den Spitälern geimpft sind und wie viele nicht: „Die Daten müssen auf den Tisch, denn Transparenz schafft Vertrauen.“

Ungeimpfte sollen für Tests selbst bezahlen
NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker fordern darüber hinaus, dass Ungeimpfte künftig für „Eintrittstests“ bezahlen müssen: „Wie kommen die Geimpften dazu, den Impfverweigerern auf Dauer ihre Eintrittstests zu zahlen?“ Zudem brauche es niederschwellige Impfangebote „an jeder Ecke“.

Die Zahl der seit zumindest einem halben Jahr vollimmunisierten Seniorinnen und Senioren, die somit bereits Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung haben, liegt bei rund 80.500. Zwar geht das Gesundheitsministerium davon aus, dass der Impfschutz rund neun Monate anhält. Gerade bei Älteren sowie bei Menschen mit Vorerkrankungen sei die Schutzwirkung aber nicht immer in vollem Ausmaß gegeben.

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