30.06.2021 15:32 |

„Keine Reserven mehr“

41 Millionen Menschen am Rande einer Hungersnot

Die Welthungerhilfe schlägt wegen drohender Hungersnöte in Krisengebieten Alarm: 41 Millionen Menschen stehen nach Angaben der UNO weltweit am Rande einer Hungersnot. Bewaffnete Konflikte wie in der Krisenregion Tigray im Norden Äthiopiens und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden als Gründe für die verschärfte Situation genannt. In Afrika gefährde zudem der Klimawandel die Existenzen vieler Familien.

„In vielen unserer Projektländer hat sich die Lage der Menschen durch die Pandemie dramatisch verschärft“, berichtete die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme. „Corona ist zum Hungervirus mutiert und insbesondere Frauen und Kinder leiden am stärksten unter den Folgen.“ Mädchen würden früher verheiratet, viele Kinder kehrten nicht in die Schulen zurück, weil sie Geld verdienen müssten.

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Corona ist zum Hungervirus mutiert und insbesondere Frauen und Kinder leiden am stärksten unter den Folgen.

Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe

„Hunger wird als Waffe eingesetzt“
In Afrika gefährde zudem der Klimawandel die Existenzen vieler Familien. In Madagaskar hätten jahrelange Dürren und in Ostafrika verheerende Überschwemmungen Ackerland und Viehherden und damit die Lebensgrundlage von Bauern zerstört. „Die Menschen haben keinerlei Reserven mehr.“ In vielen Ländern hätten die Menschen mit den Auswirkungen von verschiedenen, sich überlagernden Krisen zu kämpfen. Hunger werde auch zunehmend als Waffe eingesetzt.

Im Jahr 2020 standen der Welthungerhilfe nach eigenen Angaben 285,4 Millionen Euro für den Kampf gegen Hunger und Armut zur Verfügung, die Spendeneinnahmen lagen bei 69,6 Millionen Euro. Öffentlichen Geber stellten der Welthungerhilfe 213,2 Millionen Euro bereit. Das meiste Geld floss in Projekte im Südsudan, im Sudan sowie in Syrien und der Türkei.

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