30.05.2021 11:00 |

„Krone“ war dabei

Tierschützer retten Schlangen vor dem Bagger

Kommenden Oktober fällt der Baustart für das Wasserkraftwerk Gratkorn. Das bedeutet, dass vor allem die seltene und streng geschützte Würfelnatter erneut Lebensraum einbüßen muss. Um so viele Schlangen wie möglich vor dem Bagger zu retten, haben Tierschützer eine „Absammelaktion“ gestartet. Die „Steirerkrone“ durfte die Experten ein paar Stunden lang begleiten.

„Der Lebensraum hier ist für die Würfelnatter ideal, hier haben wir eine dichte Besiedelung“, seufzt Zoologe Werner Kammel. Bedrückung herrscht bei ihm, Molekularbiologin Eva Bernhart und Reptilien- und Amphibienexperten Werner Stangl deswegen, weil die Tiere genau diesen üppigen Lebensraum entlang des Murufers bei Weinzödl demnächst verlieren. Denn im Oktober erfolgt der Start zum Bau des Kraftwerks Gratkorn, errichtet vom Verbund und der Energie Steiermark. Nötig, weil die Menschen immer mehr Strom verbrauchen – zum Leidwesen der Tierwelt. Um so viele Schlangen wie möglich zu retten, wurde im April eine „Absammelaktion“ gestartet, finanziert von den Kraftwerks-Errichtern.

150 künstliche Verstecke angelegt
Dafür legten Kammel, Bernhart und Stangl rund 150 künstliche Verstecke in Form von Folien auf einer Strecke von mehreren Kilometern aus, um die streng geschützten, nützlichen und ungiftigen Würfel-, Ringel- Schling- und Äskulapnattern einzufangen. Aber auch Blindschleichen gehen ihnen immer wieder „ins Netz“.

Scheue, flinke Schlängler
Zweimal pro Woche durchforsten sie das Gebiet, um die Reptilien einzufangen, die es sich unter den warmen Folien bequem gemacht haben. Greift man nach dem Anheben nicht sofort zu, sind die scheuen, flinken Schlängler aber auch schon wieder verschwunden. „Um jeden Preis fangen wir sie nicht, wir wollen sie ja nicht verletzen“, sagt Eva Bernhart. Danach werden sie in anderen Gegenden wieder ausgesetzt. Das Problem: Einige Plätze, die dafür geschaffen hätten werden sollen, sind laut den Experten nicht fertig bzw. nicht so eingerichtet worden, wie gedacht. Kammel: „Betonierte Plätze mit Liegen und etwas Wiese nutzen nichts.“

Der Wunsch des Trios: „Dass Menschen ihren Stromverbrauch einschränken und beim Kraftwerksbau auf Natur-Experten gehört wird. Und dass beim Nicht-Einhalten von Ausgleichsmaßnahmen Konsequenzen drohen.“

Monika Krisper
Monika Krisper
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 27. Juli 2021
Wetter Symbol
Steiermark Wetter
18° / 29°
stark bewölkt
17° / 30°
wolkig
19° / 29°
einzelne Regenschauer
19° / 28°
wolkig
15° / 26°
einzelne Regenschauer