25.04.2021 00:01 |

Nach 1 Jahr Dauerkrise

Wo bleibt der Bonus für Salzburgs Pflegepersonal?

Salzburgs Gesundheitspersonal leistet Großes. Der Ausnahmezustand in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen ist nach mehr als einem Jahr zur neuen Normalität geworden. Was die Situation noch verschlimmert: Von Verständnis, Unterstützung und Wertschätzung gibt es keine Spur – und das auf mehreren Ebenen.
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Dass die Bekämpfung einer Pandemie mit einem kaputt gesparten Gesundheitssystem schwierig zu bewältigen ist, ist wohl mittlerweile jedem bekannt. Was es aber bedeutet, die Folgen der jahrelangen Einsparungen am eigenen Leib zu erfahren, weiß vor allem das Gesundheitspersonal.

Dauerbelastung für Pflegepersonal

Unzählige Dienste in Vollschutz-Montur, tägliche Konfrontation mit dem Tod und gleichzeitig immer das Risiko, sich mit dem Virus anzustecken: Das sind die Umstände, unter denen Salzburgs Pfleger auf den Covid-Stationen täglich arbeiten. Wer denkt, dass alle speziell für die Covid-Versorgung ausgebildet wurden, liegt falsch. So wird Gesundheitspersonal aus den verschiedensten Fachrichtungen für die Versorgung eingesetzt - und dafür von den eigentlichen Stationen abgezogen. Was zusätzlich belastet: rücksichtsloses Verhalten in der Bevölkerung und gleichgültiges Schulterzucken der Politik.

Personal-Mangel und fehlende Infrastruktur

Es fehlt nicht nur an Personal, sondern teilweise auch an Infrastruktur und klaren Vorgaben. Auch finanzielle Anreize gibt es nur vereinzelt - und wenn, dann nur für jene, die direkt mit Covid-Patienten arbeiten. Dabei geht das Problem ja weit über die Infekt-Stationen hinaus. Auch in den anderen Bereichen ist die Krise deutlich spürbar - und chronische Unterbesetzung die Folge. Auf den Stationen stehen weniger Kräfte zur Verfügung, die Anzahl der Patienten verändert sich deswegen aber nicht. Zusätzlich sind die 12-Stunden-Schichten mit Schutzausrüstung und Maske für die Mitarbeiter nicht nur körperlich anstrengend, sondern können vor allem im Hinblick auf die älteren Patienten zu einem ernsten Problem werden.

So sind es vor allem die Seniorenwohnhäuser, die mit der Maskenpflicht kämpfen. Bewohner, die nicht gut hören oder dement sind, sind auf das Beobachten von Mimik und Gestik des Gegenübers angewiesen. Unter der Maske ist das aber unmöglich. Angst und Aggressivität sind häufige Reaktionen.

Es besteht Handlungsbedarf

All diese Herausforderungen meistern die Pfleger seit über einem Jahr - und das, obwohl Unterstützung von allen Seiten auf sich warten lässt. Spätestens durch die Pandemie wird klar, dass im Gesundheitsbereich viel Handlungsbedarf besteht - ob infrastrukturell oder personell. Es fehlen aber auch die anerkennenden Gesten seitens der Politik. Eine Bonus-Zahlung für alle Pflegekräfte, der „Corona-Tausender“, wäre zwar keine Lösung, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Bonus-Zahlung gefordert

Nach dem Corona-Jahr ist klar: Es muss sich am Salzburger Gesundheitssystem einiges ändern. Vor allem muss aber unserem Pflegepersonal mehr Anerkennung seitens der Politik entgegengebracht werden. Eine Bonuszahlung für alle wäre zumindest ein Anfang. 

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