Sitzer ausgelassen

Werner vergibt: Das schmerzt selbst den Gegner

Das ist wohl die Höchststrafe für einen Stürmer: Mitleid vom Gegner. Solches kassierte Deutschlands Timo Werner in der Tat im WM-Quali-Spiel gegen Nordmazedonien, nachdem er einen Riesensitzer ausgelassen hatte.

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Der Dazn-Kommentator sprach von einer „Monstermöglichkeit“ (siehe Video unten). Tatsächlich gibt es für einen Vollblutstürmer schwierigere Aufgaben - könnte man meinen. Jedenfalls untermauerte Timo Werner am Mittwochabend recht eindrucksvoll seine aktuelle Unform.

Riesenchance vergeben
Die 79. Spielminute: Ilkay Gündogan geht auf Halblinks durch, dringt in den 16er ein, stangelt zur Mitte. Dort wartet Timo Werner einschussbereit. Er ist dort, wo ein Mittelstürmer sein muss, alles ist angerichtet. Doch der eingewechselte Chelsea-Stürmer trifft den Ball nicht, säbelt drüber. Es schaut dezent stümperhaft aus, wie er den Riesensitzer auslässt. Werner möchte, so scheint‘s, am liebsten im Erdboden versinken, sein Vorarbeiter Gündogan auch. Und selbst ein Gegenspieler kann nicht glauben, was er gesehen hat: Nordmazedonien-Verteidiger Visar Musliu scheint regelrecht Mitleid mit Werner zu haben. Er greift sich mit beiden Händen auf den Kopf und verschränkt sie dort. Soll wohl heißen: „Armer Timo Werner! Das darf ja nicht wahr sein.“

Die Szene sehen Sie hier im Video bei ca. Minute 2:20:

„Grottenschlecht“
Weniger Mitleid mit Werner zeigen die deutschen Medien, sie verreißen ihn gleichsam. Von der „Bild“ gibt‘s für seine Vorstellung gegen Nordmazedonien die Bewertung „Grottenschlecht“. Der Kölner „Express“ sah einen „Auftritt zum Vergessen“.

Löw versteht‘s nicht
Und selbst Bundestrainer Jogi Löw schien die Welt nicht mehr zu verstehen. „Dass der Timo so eine Großchance aus lässt ...“, suchte er nach Erklärungen: „Wahrscheinlich macht er sich selbst zu viel Druck. Er hat ja in der Vergangenheit schon bewiesen, dass er solche Dinger normalerweise macht. Das wäre das 2:1 für uns gewesen.“

Wäre es. Stattdessen gab‘s kurz darauf das ganz böse Erwachen. Eljif Elmas erzielte in der 85. Minute das 2:1 für den haushohen Außenseiter Nordmazedonien. Das war das Endergebnis. Und die mittelgroße Katastrophe in der Fußballmacht Deutschland war perfekt.

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