01.04.2021 06:00 |

Angst vor Kündigungen

Gestundete Mieten müssen jetzt bezahlt werden

Auf viele Mieter kommen jetzt hohe Kosten zu. Mit Ende März wird die Rückzahlung gestundeter Mieten aus dem Lockdown im Frühjahr 2020 fällig. 48.800 Kündigungen und 17.000 Räumungsklagen drohen laut Arbeiterkammer. Gefordert wird daher ein staatlicher Hilfsfonds, der die fälligen Mieten teilweise begleicht.

100 Millionen Euro sollen es sein. Diese könnten aus der EU-Corona-Wiederaufbauhilfe kommen, erklärt Arbeiterkammer-Wohnexperte Thomas Ritt. Einen solchen Geldtopf für säumige Mieter hat die Regierung aber bereits einmal abgelehnt.

Rückstände um 20 Prozent gestiegen
Die Mietzinsrückstände sind alleine in Wien bis Ende 2020 im Vergleich zum Jahr davor um 20% gestiegen. Im Schnitt stehen Betroffene mit drei Monatsmieten in der Kreide. Heuer könnten laut AK österreichweit über 83 Mio. Euro an Mieten nicht bezahlt werden. Die Anzahl der Delogierungen könnte sich mehr als verdoppeln, 17.000 Haushalte könnten ihre Wohnung verlieren.

Aktuelle Lage „nicht so dramatisch“
Nicht so dramatisch sieht Georg Flödl, Präsident des Verbandes der heimischen Immobilienwirtschaft, die aktuelle Lage. Im ersten Lockdown hätte eine Umfrage bei Hausverwaltern ergeben, dass 90 Prozent der Mieter keine Stundung beantragt haben. Vermieter würden auch jetzt mit Mietern ein Einvernehmen suchen.

Ein kleiner Trost für Betroffene: Delogierungsklagen wegen Zahlungsproblemen zwischen April und Juni 2020 können erst ab Mitte 2023 eingebracht werden.

Eva Mühlberger
Eva Mühlberger
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