17.12.2010 18:31 |

Kurzbahn-WM

Rogan holt Silber über 200 m Lagen, Jukic Siebenter

Österreichs Schwimm-Ass Markus Rogan hat am Freitag in Dubai Kurzbahn-WM-Silber über 200 Meter Lagen gewonnen. Es ist die erste OSV-Medaille bei diesen Titelkämpfen. Der 28-Jährige schlug in 1:52,90 an, exakt 2,82 Sekunden hinter US-Superstar Ryan Lochte. Der Wiener Dinko Jukic wurde in 1:56,51 Siebenter.

Der 26-jährige Lochte (im Bild rechts neben Rogan) verbesserte den Weltrekord des Südafrikaners Darian Townsend in 1:50,08 um 1,47 Sekunden. Für Rogan ist es die insgesamt achte WM-Medaille, die fünfte auf der Kurzbahn.

Eine weitere Möglichkeit auf einen Podestplatz hat Rogan am Sonntag über 200 m Rücken, da tritt er als Titelverteidiger an. Jukic ist ebenfalls am Sonntag auf seiner Europameister-Strecke 200 Meter Delfin chancenreich.

Rogan: "Ich habe es nicht genug wollen"
Aus österreichischer Sicht war die Überlegenheit Lochtes befürchtet worden, aber schließlich war sie nahezu erdrückend. Schon nach der Delfinlage war für Rogan das Rennen quasi verloren gewesen, betrug sein Rückstand 73/100. Von Zwischenrang sieben zu diesem Zeitpunkt schaffte es das OSV-Ass schon bei der 100-Meter-Marke um fünf Plätze nach vorne, mehr ging aber nicht. "Ich habe es nicht genug wollen. Bei 140 Meter habe ich dann gewusst, dass ich ihn nicht mehr holen kann."

Spätestens da stellte der Wiener unbewusst etwas ab, jagte den nun 19-fachen Medaillengewinner auf Kurzbahn-WM-Ebene nicht mehr mit letzter Konsequenz. "Die Ernüchterung war schon im Rennen zu groß, ich bin gar nicht ganz ausgepowert", gab Rogan zu bedenken. "Ich habe mich dann ein bisschen hängen lassen, obwohl ich natürlich schon noch alles gegeben habe." Seine Zeit von 1:52,90 war dann auch wohl nicht sein mögliches Maximum.

"Ryan ist einfach mehr als um ein Eck besser"
Damit blieb Österreichs nun bei Großereignissen 31-facher Medaillengewinner um 1,18 Sekunden über seinem Europarekord, die Verbesserung dieser vor gut einem Jahr fixierten Zeit hatte er für möglich gehalten. Der achtfache WM-Medaillengewinner sah aber der Realität ins Auge, anders als bei seiner Niederlage über diese Strecke bei der Budapester Langbahn-EM im vergangenen Sommer gegen den Ungarn Laszlo Cseh.

"Es ist schon okay, Ryan ist einfach mehr als um ein Eck besser. Er ist auch besser, als es Peirsol je war." Der Abstand auf den Sieger erinnerte nämlich frappant an die Zeit um Olympia 2004, als über 200 m Rücken mit Aaron Peirsol ein anderer US-Amerikaner Rogan meist klar distanzierte. Diesmal nahm es der Wahl-Amerikaner aber ganz tapfer und mit Galgenhumor hin. "Ich bin der Anführer der Verlierer", umschrieb er Platz zwei.

Jukic "zufrieden, dass ich im Finale war"
Jukic war ohne Medaillenchance in den Endlauf gegangen, hatte sich daher in den Dienst Rogans gestellt. "Ich bin es taktisch geschwommen, wollte Markus helfen." Daher legte der 21-Jährige auf seiner Paradelage Delfin richtig los. Lochte ließ sich dadurch aber nicht beirren und den Delfin-Europameister um 46/100 hinter sich. Danach fiel Jukic auf Rang sieben zurück, schwamm diesen Platz in 1:56,51 nach Hause.

"Ich bin zufrieden, dass ich Finale war", erklärte der Student resümierend. "Und es war ja ein hervorragend besetztes Finale. Über 200 m Delfin am Sonntag möchte ich jetzt meine Zeit von Eindhoven bestätigen." Bronze sicherte sich in 1:53,56 mit Tyler Clary der zweite US-Amerikaner.

Übrige Austro-Schwimmer in Vorläufen Out
Die anderen drei im Einsatz gewesenen Österreicher waren in ihren Vorläufen ausgeschieden. Caroline Reitshammer als 21. über 100 Meter Brust in 1:08,40 Minuten und Christian Scherübl als 25. über 400 Meter Kraul in 3:47,54 hielten sich jedoch mit jeweils klaren persönlichen Bestzeiten gut. Martin Spitzer verpasste im Delfinsprint in 23,48 Sekunden das angestrebte Semifinale als 22. um 13/100.

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