07.03.2021 11:00 |

Neuer Roman

Gerhard Roth hat seine Venedig-Trilogie vollendet

Gerhard Roths Faszination für Venedig hat schon viele künstlerische Früchte getragen. Erst vor Kurzem hat der steirische Autor einen Bildband mit Fotos der Lagunenstadt veröffentlicht. Nun vollendet er mit „Es gibt keinen böseren Engel als die Liebe“ seinen faszinierenden Romanzyklus über La Serenissima.

„Venedig ist eine steinerne Bibliothek, in der nachzulesen ist, wozu der Mensch fähig ist“, hat Gerhard Roth vor einiger Zeit festgehalten. Und dieser Diagnose bleibt er in seinem neuen Roman treu. Denn die Kunsthistorikerin Lilli Kuck, die er darin an den Lido schickt, plagt die Frage: Was hat ihr Gatte, ein Comic-Zeichner, ihr eigentlich verheimlicht, ehe er unter rätselhaften Umständen zu Tode kam?

Die Geheimnisse des Ehemannes
Noch am Tag seines Begräbnisses lässt Roth seine Hauptfigur nach Italien aufbrechen. Ein Unbekannter hat ihr das Tagebuch ihres Mannes zukommen lassen, in dem er in Spiegelschrift seine letzten Tage dokumentiert hat. Sie folgt seinen Wegen durch die Stadt - Cafés, Museen und verlassene Häuser. Doch was hat er dort getrieben? Hatte er eine Affäre? War er auf der Suche nach seinem Vater? Oder gar auf der Spur eines Polizistenmörders?

Irrfahrt durch Venedig
Wie ein schnöder Kriminalroman ließe sich „Es gibt keinen böseren Engel als die Liebe“ lesen - wenn da nicht ein paradoxer Effekt wäre: Denn je mehr Lilli herausfindet, desto fremder scheint ihr Mann und damit auch ihr gemeinsames Leben ihr zu werden.

Und je länger ihre Irrfahrt dauert, auf der ihr mit dem Oper-Souffleur Michael Aldrian und dem Übersetzer Emil Lanz auch die Helden der ersten beiden Romane der Venedig-Trilogie begegnen, desto mehr scheint sie auch auf der Suche nach sich selbst zu sein.

Das Rätsel des Lebens
Und je länger man liest, desto klarer wird einem: Es geht hier nicht um das Rätsel eines Mannes, sondern um das Rätsel des Lebens schlechthin. Und eine mögliche Antwort - oder zumindest die sinnvollsten Fragen - liefert für Roth dabei die Kunst: Es ist bestimmt kein Zufall, dass all die wichtigen Figuren seiner Trilogie im künstlerischen Bereich tätig sind.

Und auch Venedig als Schauplatz beschreibt er als steingewordene Sehnsucht, Antworten auf die ganz großen Fragen zu finden. Beeindruckend!

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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