28.02.2021 09:54 |

„Worauf warten?“

SPÖ-Chefin fordert heimische Impfstoff-Produktion

Der Impfplan schreitet nicht so schnell voran, wie es zu wünschen wäre: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner fordert daher, dass die Produktion von Corona-Impfstoffen im Land erfolgt. Sie schlug vor, dafür drei Milliarden Euro in die Hand zu nehmen.

Die Produktion der Impfstoffe dauere derzeit „viel zu lange“, erklärte die SPÖ-Chefin und Medizinerin am Sonntag zur APA. Die Einrichtung eines zunächst drei Milliarden Euro schweren nationalen Impffonds könnte ihrer Ansicht nach Unternehmen unterstützen, die in Österreich an Impfstoffen forschen bzw. diese produzieren. 

Rendi-Wagner: Erzeuger nicht auf solche Mengen ausgelegt
In Österreich seien bisher „nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung immunisiert“, erklärte die SPÖ-Vorsitzende in einem schriftlichen Statement. Als Grund dafür sieht sie die Produktionskapazitäten der Impfstofferzeuger: „Sie sind nicht dafür ausgelegt, so viel Impfstoff binnen kürzester Zeit für alle Menschen auf der Welt zu erzeugen.“ Die Produktionskapazitäten müssten massiv ausgebaut werden - „und zwar in Europa, aber auch in Österreich“, so Rendi-Wagner. Schon in der Vergangenheit hatte sie eine Krisenproduktion der Impfstoffe in Europa angeregt.

„Wir dürfen die Gesundheit der Bevölkerung nicht in die Hand von drei Impfstoffproduzenten legen“, sagte die Parteichefin. Corona werde Österreich noch Jahre begleiten, „deshalb muss die Produktion der Impfstoffe auf verlässliche und sichere Beine gestellt werden“, um einen längerfristigen Schutz zu erreichen.

Teil der Kapazitäten nur für Verwendung in Österreich reserviert
Auch plädiert die SPÖ-Chefin für eine Forschungs- und Produktionsprämie in Höhe von 30 Prozent. Bis Mitte 2022 soll dazu im Rahmen der Forschungsprämie ein „Sondertopf“ geschaffen werden, der Unternehmen begünstigt, die an Impfstoffen forschen und neue Produktionskapazitäten in Österreich aufbauen. Ein Teil dieser Erzeugnisse soll für die heimische Verwendung reserviert werden. Zusätzlich sollen für die Erforschung von Impfstoffen an heimischen Universitäten mehr Gelder zur Verfügung gestellt und eine „Entbürokratisierung“ bei Betriebsanlagegenehmigungen umgesetzt werden, so der SPÖ-Plan.

Kurz will „Sputnik V“ in Österreich produzieren
Bundeskanzler Sebastian Kurz wünscht sich ebenfalls eine Produktion vom Impfstoffen im eigenen Land. Er habe dazu schon Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt, in denen es nicht nur um Lieferungen des Vakzins „Sputnik V“ sondern auch um eine gemeinsame Produktion ging. 

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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