26.02.2021 08:35 |

Erhöhte Vorsicht

Lawinengefahr: Starker Anstieg am späten Vormittag

Überwiegend ungetrübt, außergewöhnlich warm und sehr sonnig - so sind die traumhaften Wetteraussichten für das Wochenende. Wintersportler, die in Tirol abseits der Pisten unterwegs sind, müssen den sprunghaften Anstieg der Lawinengefahr ab dem späteren Vormittag sowie die Gefahr durch Gleitschneelawinen beachten.

Die Lawinengefahr pendelt derzeit tageszeitlich zwischen eins (geringer) und drei (erheblicher) Gefahr. „Das hängt mit der Erwärmung untertags zusammen“, sagt Tirols oberster Lawinenwarner Rudi Mair. „Ab etwa 11 Uhr steigt das Risiko schlagartig und ohne Zwischenstufe“, betont der Experte. Ab Samstag könnte der Temperaturanstieg nach Durchzug einer schwachen Kaltfront zwar etwas geringer ausfallen, an der Grundproblematik dürfte sich jedoch wenig ändern.

Weil nach wie vor sehr viel Schnee auf den Tiroler Bergen liegt, ist Potenzial für große Lawinen vorhanden. Die Schneedecke zeigt sich stark durchfeuchtet, Nassschneelawinen können, wie ein Erkundungsflug des Lawinenwarndiensts ergeben hat, auch in den Siedlungsbereich vordringen.

Pickelharte Hänge
Besonders früh aufbrechen lautet die Devise für die Tourengeher und Variantenfahrer am Wochenende. Dabei gilt es, unbedingt Harscheisen mit im Gepäck zu haben. Denn am Morgen sind die meisten Hänge noch pickelhart, auch wenn es bei den ungewöhnlich hohen Temperaturen nur noch in den hohen Regionen „durchfriert“.

„Die Gefahr, auf dem harten Untergrund auszurutschen und abzustürzen, darf man bei solchen Frühjahrsverhältnissen auf keinen Fall außer Acht lassen“, sagt Rudi Mair. Gerade Querungen oder Spitzkehren im steilen Gelände sind heikel.

Verstecktes Risiko
Wie die Erkundung aus der Luft ergeben hat, stellen die heimtückischen Gleitschneelawinen derzeit ein besonderes, verstecktes Risiko dar. „Sie können zu jeder Tages- und Nachtzeit aus steilen Wiesenhängen ohne Fremdeinwirkung abgehen“, erklärt der Experte. Vorhersagen oder sprengen lassen sie sich nicht. Tourengeher haben diese Form von Lawinen in der Regel kaum auf ihrem Radar. Sie sollten jedenfalls Bereiche unterhalb von Gleitschneerissen unbedingt meiden. Die kritische Zone liegt derzeit etwa zwischen 1800 und 2400 Metern.

Am Mittwoch verlegte eine Nassschneelawine die Felbertauernstraße, zuletzt gab es Abgänge in St. Leonhard im Pitztal und bei der Arzler Alm bei Innsbruck - keine Verschütteten.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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