16.02.2021 11:10 |

Pandemie gemeistert

Erstes Land in Europa sperrt Bäder und Bars auf

Eine Runde im Schwimmbad drehen, ein Workout im Fitnessstudio und danach ein Bier mit Freunden heben - wovon viele andere Europäer nur träumen können, ist in Island problemlos möglich. Der Inselstaat hat mit Disziplin und einer guten Teststrategie die Pandemie gut in den Griff bekommen. Der europaweit niedrigste Inzidenzwert (neben dem Vatikan) lässt dort einen fast normalen Alltag zu.

Island ist zwar dünn besiedelt, aber das ist nicht der einzige Grund, warum die Corona-Zahlen dort so niedrig sind. Die Inselbewohner befolgten dort strikt die Maßnahmen und das machte sich offenbar bezahlt.

Lokal wurde in drei Sicherheitszonen aufgeteilt
Seit letzte Woche dürfen Lokale, die Alkohol ausschenken, wieder Gäste empfangen. „Ich fühle mich privilegiert“, erklärte der 72 Jahre alte Augenoptiker Gunnar Gudjonsson einem Reporter, als er sich mit einem Freund nach der Arbeit ein Bier genehmigte. Doch alles beim Alten ist es in der Bar noch nicht - das Lokal ist in drei Zonen aufgeteilt, jeder einzelnen sind eigene Toiletten zugeteilt.

Erste Lockerungen bereits im November
Island ist das einzige Land, das die EU-Seuchenbekämpfungsbehörde ECDC in der Kategorie „grün“ einstuft - die Behörde hält es auch nicht für notwendig, dass von Isländern bei der Einreise in andere Länder ein negatives Testergebnis oder gar eine Quarantäne verlangt wird. Die ersten schrittweisen Lockerungen wurden bereits Mitte November verkündet. Seit Dezember haben Schwimmbäder wieder geöffnet, im Jänner folgten die Fitnessstudios.

Trotz der Öffnungsschritte ist die Anzahl der neuen Fälle in Island so niedrig wie seit fünf Monaten nicht mehr. In den letzten zwei Wochen wurden nur 8,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie gab es rund 6000 Infektionen und nur 29 Todesfälle.

Mehrere Gründe seien für diese positive Entwicklung verantwortlich: „Der Wille der Nation“, die Maßnahmen einzuhalten, sei laut dem ranghohen Polizisten Vidir Reynisson ausschlaggebend gewesen. Reynisson war mit der Aufgabe betraut, die Bevölkerung über die Geschehnisse zu informieren. „Die Stärke unseres medizinischen Systems“ mit der Pandemie umzugehen, sei ein weiterer Teil des isländischen Erfolgskonzepts. Zudem werde auf Kontaktverfolgung und eine umfassende Teststrategie Wert gelegt. Jedes positive Ergebnis wird zudem per Sequenzierung auf Mutationen überprüft. 60 Fälle mit der britischen Variante wurden so entdeckt.

Fünf Tage Quarantäne und zwei Tests für jeden Einreisenden
Ohne strenge Einreisebestimmungen wären diese Erfolgszahlen ebenfalls unvorstellbar: Seit Mitte Jänner muss sich jeder, der am Flughafen ankommt, zwei PCR-Tests innerhalb von fünf Tagen machen - die Zeit dazwischen wird in Quarantäne verbracht. Doch das betrifft nur 200 bis 300 Reisende täglich - mehr kommen derzeit nicht aus dem Ausland an. Vor der Pandemie waren es 18.000 Einreisende pro Tag.

Quellen: APA/AFP

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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