12.02.2021 12:18 |

Abfahrtsstar sauer

Dominik Paris: „Kurssetzung nicht WM-würdig!“

Am Sonntag steigt bei der alpinen Ski-WM in Cortina eines der Highlights: die Herren-Abfahrt. Bei Speed-Ass Dominik Paris hält sich die Freude darauf in Grenzen, wie er am Freitag nach dem Training wissen ließ: „Die Kurssetzung ist nicht WM-würdig!“

Der Südtiroler, der nach einem Kreuzbandriss monatelang ausfiel und rechtzeitig zur Weltmeisterschaft wieder in Topform ist, beklagte, dass der Kurs viel zu drehend sei. „Es tut mir im Herzen weh, wenn ich solche Kurssetzungen sehe“, so Paris, der sich nach der Fahrt gleich bei den FIS-Verantwortlichen beschwerte.

„Ich hoffe, sie reagieren. Der Kurs ist so drehend, dass dir die Bandscheiben rausfliegen“, ärgerte sich der Südtiroler besonders über die Passage vor dem Sprung. „Typisch für eine Abfahrt sind offenen Kurven, aber das hier hat mit Abfahrt wenig zu tun.“

Mit mehreren Torfehlern war Paris immerhin der Schnellste im Training, zumindest seine Zeit ist daher nicht aussagekräftig. 1,56 Sekunden dahinter lag der Deutsche Simon Jocher, es folgten Max Franz (1,58) und Otmar Striedinger (1,78). Matthias Mayer hatte 2,31 Rückstand, Daniel Hemetsberger 2,53 und Vincent Kriechmayr 2,92.

Es ist davon auszugehen, dass die Kurssetzung an jener Passage vor dem Sprung, die sich schon im Super-G als sehr speziell herausgestellt hat, nochmals umgesetzt wird, denn derzeit gleicht die Stelle eher einem Riesentorlauf. „Da ist viel zum Videoschauen, da kommst dir so schlecht vor, die fünf Tore vor dem Sprung sind so ein Gewürge. Der untere Teil ist mir sehr gut gelungen“, sagte Franz, der sein Abfahrtsticket sicher hat.

Für Striedinger sieht es ebenfalls ganz gut aus mit einem WM-Ticket, auch wenn er wie auch Hemetsberger ein Tor ausließ. „Eingebremst gehört die Passage, aber ein bisserl öffnen könnte man es. Wenn man dreißig Meter hüpft, macht das auch nichts“, sagte der Kärntner. Und sein engerer Landsmann Mayer meinte. „Es ist nicht notwendig, dass man fünf Tore davor schon so viel Geschwindigkeit rausnimmt. Auch in die Traverse rein kann man noch aufmachen. Der Rest der Strecke ist sehr anspruchsvoll, es ist sehr unruhig.“

Neuland betrat auch Kriechmayr: „So eine Abfahrt bin ich noch nie gefahren, aber die Kurssetzung ist auf dem Hang sehr schwierig“, nahm er aber FIS-Renndirektor und Kurssetzer Hannes Trinkl in Schutz.

Trinkl zeigte im ORF-Interview Verständnis für die Kritik der Läufer, aber es sei ihm lieber, „wenn es ihnen zu langsam ist, statt dass einer verletzt im Schnee liegt“. Man müsse sich bei der Kurssetzung herantasten und deshalb werde der Kurs bei der Abfahrt am Sonntag auch anders aussehen.

krone Sport
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