Wegen Lieferengpässen

Anschober will Impfplan für Senioren überarbeiten

Politik
26.01.2021 10:35

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte am Dienstag, dass man angesichts der Lieferengpässe die Prozesse beim Impfstoffhersteller AstraZeneca durchleuchten möchte - hier sei mehr Transparenz erforderlich. In Hinsicht auf den nunmehr auf wackeligen Beinen stehenden Impfplan soll das bisherige Vorhaben auf die neuen Voraussetzungen geprüft werden.

Wie Anschober am Dienstag im Ö1-„Morgenjournal“ meinte, wolle man bei den Impfungen „volles Tempo beibehalten, unter Einbeziehung der Lieferschwierigkeiten“. Aber Pfizer/Biontech und auch Moderna seien mit ihren Impfstoff-Lieferungen „im Großen und Ganzen“ im Plan.

Impfplan wird auf neue Voraussetzungen überprüft
Anschober hatte bereits in der vergangenen Woche eine Präzisierung des Impfplans angekündigt. Dies soll nach der für Ende dieser Woche vorgesehenen Entscheidung der Zulassung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) über AstraZeneca erfolgen.

Die kurzfristigen Lieferengpässe des Herstellers sorgten für heftige Diskussionen. (Bild: AFP)
Die kurzfristigen Lieferengpässe des Herstellers sorgten für heftige Diskussionen.

Bei den Impfungen in Alters- und Pflegeheimen sei man sehr weit. „Wir haben mittlerweile 180.000 Impfungen in Österreich durchgeführt“, betonte Anschober. Ein Großteil der Menschen in Alters- und Pflegeheimen sei durchgeimpft. Die zweite Runde der Impfungen sollen in der zweiten Februarhälfte abgeschlossen sein, „wir brauchen ja zwei Stiche“.

„Woche der Analyse“
Zu Fragen des weiteren Vorgehens beim Lockdown nach dem 8. Februar wollte Anschober nicht ins Detail gehen. Der Epidemiologe Gerald Gartlehner hatte sich nach dem Auftauchen von Clustern neuer Virusvarianten für eine Schließung von Skiliften und Seilbahnen starkgemacht. „Diese Woche ist die Woche der Analyse“, sagte der Gesundheitsminister. Dann würden die Tage der Entscheidung folgen. Das große Fragezeichen seien die Mutationen.

„Brauchen konkrete Liefertermine und Liefermengen“
Bei der Debatte um die Lieferverzögerungen des Impfstoffs von AstraZeneca - wenn dieser Ende dieser Woche in der EU zugelassen wird - bekräftigte Anschober den EU-Standpunkt: „Es geht nicht, dass man Verträge abschließt, Vorfinanzierungen genießt und dann Verträge nicht einhält.“ Man wolle „konkrete Liefertermine und Liefermengen“, das brauche man, um den Impfplan durchziehen zu können. Die Frage sei, ob sich die Lieferungen nur verzögern oder ausfallen.

In Großbritannien wurde der Impfstoff von AstraZeneca bereits zugelassen. (Bild: AFP/Dominic Lipinski)
In Großbritannien wurde der Impfstoff von AstraZeneca bereits zugelassen.

Frage um Wirksamkeit bei Senioren
Am Montag sorgten Medienberichte für Aufregung, dass der Impfstoff von AstraZeneca nur eine geringe Schutzwirkung bei älteren Personen habe. Der Pharmakonzern wies entsprechende Gerüchte entschieden zurück: Man gehe davon aus, dass die Vakzine „in allen Altersgruppen ähnlich“ wirksam sei - dies habe sich auch bereits in einer noch unveröffentlichten Studie gezeigt, die aufgrund der noch geringen Anzahl an Testpersonen noch keine endgültige Aussage zuließe.

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