22.01.2021 06:00 |

„Plan B“ bei Impfungen

Was AstraZeneca-Rückschlag für Österreich bedeutet

Der Coronavirus-Impfstoff AZD 1222 des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, auf den Österreich wartet, wird nun überarbeitet. Nachteil: Das dauert. Aber dann soll er auch gegen Mutationen wirken. Doch fraglich ist noch, bei wem eigentlich genau.

Die EU und somit Österreich haben von AstraZeneca am meisten bestellt. Just hier ist der Weg zur Marktzulassung holprig. Nach anfänglicher Unsicherheit über die Wirksamkeit stehen die Mühlen wieder still. Der Impfstoff wird überarbeitet, er soll dann auch gegen Mutationen des Virus SARS-CoV-2 wirken. Jener von Biontech/Pfizer tut das ja - zumindest vorerst. Das kann sich naturgemäß jederzeit ändern.

Hoffen auf EU-Marktzulassung Ende Jänner
Dabei hofft man, dass die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) AstraZeneca am 29. Jänner die Marktzulassung erteilt. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) propagiert die EU-Einigkeit bei der Forderung nach einer raschen unbürokratischen Entscheidung: „Es zählt jede Woche, um Menschenleben und Arbeitsplätze zu retten.“

Doch stellt sich auch noch die Frage, für welche Altersgruppe AstraZeneca zugelassen werden kann: Manchen EMA-Experten reichen die Daten zur Wirksamkeit bei den über 65-Jährigen noch nicht. Dann könnte es das Vakzin nur für unter 55-Jährige geben.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist überzeugt, dass es eine Zulassung geben wird - fraglich ist nur, welche: eine Notzulassung wie in anderen Ländern oder eine volle wie bei uns für Biontech/Pfizer und Moderna. Man bereitet sich auf alles vor, heißt es.

Zitat Icon

Es wird wohl eine Marktzulassung geben, die Frage ist nur, welche. Wir bereiten uns auf alle Varianten vor.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober

Für „Plan B“ werden - wie berichtet - 3,8 Millionen zusätzliche Impfdosen von Biontech/Pfizer abgerufen. Und die Aufteilung der Impfstoffe für die einzelnen Altersgruppen wird notfalls angepasst. Das heißt im schlechtesten Fall aber eine zeitliche Verzögerung - auch weil Pfizer wegen eines Werkumbaus Lieferengpässe hat.

Silvia Schober, Kronen Zeitung

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