Geschäftsreisender

So fühlt man sich als einziger Gast in einem Hotel

Steiermark
24.01.2021 09:00

Steirische Beherbergungsbetriebe haben geschlossen, nur Geschäftsreisende dürfen einchecken - dort, wo offen ist. Wir haben uns erkundigt, wie sich das für sie anfühlt.

Werner Hacker, gebürtig aus Graz, jetzt in Wien lebend, ist Handelsvertreter für Titanbrillen, verbringt dafür rund 100 Nächte im Jahr in Hotels in Österreich, Italien, der Schweiz. Er macht das nicht ungern, sagt er, seine Highlights sind dabei auch ein großes Frühstücksbuffet und der gelegentliche Entspannungsdrink nach getaner Arbeit abends an der Hotelbar.

Verwaiste Hotelbar (Bild: Christian Jauschowetz)
Verwaiste Hotelbar

Nun, das ist jetzt anders. Abgesehen davon, dass die Bars geschlossen sind und statt des Buffets ein servierter Teller wartet („oder ein Kaffee zum Mitnehmen“), hat Werner Hacker schon Aufenthalte erlebt, wo er tatsächlich der einzige Hotelgast war, ganz allein in Häusern mit oft Hunderten Betten. „Das fühlt sich schon ein bissl komisch an“, erzählt der Steirer. „Oft hörst du ja sonst den Lift, Schritte, Lachen, Duschen. Aber jetzt ist es ganz ruhig. Ich will nicht sagen, unheimlich. Aber irgendwie mystisch ist das schon. Manchmal schaut man dann schon nachts raus, wenn man irgendetwas hört.“ Auch beim Essen musste sich der Handelsreisende sehr umstellen: „Ich hab’ schon oft genug etwas geholt und es im Auto in der Tiefgarage verzehrt.“

Allein auf weiter Flur (Bild: Christian Jauschowetz)
Allein auf weiter Flur

Bei abendlichen Spaziergängen in Graz gehen ihm die Leute und das sprudelnde Ambiente ab, „aber da müssen wir halt durch. Und ich möchte schon betonen, dass sich die Hotels, die offen haben, sehr bemühen!“

Dazu gehört das Traditionshaus Gollner in Graz, wo man dennoch ein Wohlfühlambiente schafft. „Wir haben den Vorteil, dass wir sehr familienbewusst aufgestellt sind, stehen halt jetzt auch selbst an der Rezeption oder machen die Zimmer“, so Alexander Gerlach. Dass die Zahl der Gäste zwischen „null und zehn“ schwankt, wäre für die Betreiber, bei denen es sonst bunt und fröhlich „wurrlt“, schon eine enorme Umstellung. „Aber wir haben den Vorteil, dass wir unser Haus quasi dritteln können, nur ein Teil offen ist. So fällt dem Gast die Leere meist gar nicht auf.“

Top-bemüht: Carina und Alexander Gerlach, Hotel Gollner (Bild: Christian Jauschowetz)
Top-bemüht: Carina und Alexander Gerlach, Hotel Gollner

Viele Hotels findet man gar nicht, die jetzt offen sind - Kosten für Heizung, Strom etc. sind immens höher als die Einnahmen. Eines haben alle gemeinsam: Man wünscht sich Normalität zurück.

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