23.01.2021 07:00 |

Franky Leitner

„So darf Apres-Ski nie mehr wiederkommen!“

Abstand statt Après-Ski, Ruhe statt Ballermann. Es herrscht Party-Stillstand abseits der Skipisten. Franky Leitner ist seit Jahren ein Unterhaltungsfixstern. Die Halligalli-Saison hat ihm viel Geld, Erfolg und Popularität gebracht. Nun hofft der Steirer auf bessere Zeiten -und auf Après-Ski mit Niveau.

Wenn der 35-jährige Franky Leitner die Fernseh-Übertragungen der Skirennen aus der Flachau und Kitzbühel schaut, dann mit viel Wehmut und Erinnerungen an hitzige Après-Ski-Partys mit tausenden Gästen und tollen Bekanntschaften. „Es macht mich traurig, wenn ich nur eine Handvoll Maskierte sehe.“

Mit dem Après-Ski-Verbot ist die Unterhaltungsbranche im Schnee dahingeschmolzen. Seit sich das Corona-Virus vor einem Jahr von Ischgl aus über weite Teile Europas ausgebreitet haben dürfte, mutiert Après-Ski zur Alpenseuche. In Ischgl hat sich auch Leitner bei seinem letzten Auftritt mit Corona infiziert.

Lange Zeit Atemnot
„Mir ist es tagelang sehr schlecht gegangen. Die brennenden Halsschmerzen waren fast unerträglich“, erinnert sich der Musiker an diese Zeit und an drei Freunde, die es noch schlimmer erwischt hat. „Einer musste sogar intubiert werden, um zu überleben!“ Längere Zeit hat der Stimmungsmacher an Atemnot gelitten.

„Kein Après-Ski kostet mich 100.000 Euro“
Beim Blick in den leeren Terminkalender bleibt dem Alleinunterhalter auch die Luft weg. „Der Winter ist für mich die Hauptsaison mit bis zu 100 Auftritten. Kein Après-Ski heißt heuer ein Minus von 100.000 Euro“, rechnet Leitner vor.

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch, so startete der Quetschen-Star den Internet-Vertrieb musikplayback.com. Ein Service für Harmonikaspieler, die große Hits der Volksmusik nachspielen möchten und sich von einem professionell produzierten Playback oder einer Karaoke-Version unterstützen lassen.

„Damit halte ich mich im Moment über Wasser“, gesteht der zweifache Staatsmeister auf der steirischen Harmonika, der diese „anonym“ für CD-Produktionen von Melissa Naschenweng, Oliver Haidt, Alpenrocker und Willi Gabalier spielt. „Ich bin sogar froh, wenn ich im Hintergrund mitmischen darf“, sagt Leitner.

Eine ganze Branche erholt sich körperlich
Das neue gelassene Leben bringt der ehemals hyperaktiven Musikantenstadl-Entdeckung nach jahrelangem Raubbau viel Schlaf, Sport und Regeneration. „Eine ganze Branche erholt sich nun körperlich! Vor vier Jahren war ich nach einer intensiven Winter-Saison mit 90 Auftritten völlig ausgebrannt, es ging mir gesundheitlich sehr schlecht!“

Für den Musiker sind es nicht nur die körperlichen Strapazen, sondern auch die psychischen Belastungen, wenn es auf den Partyalmen weder Sünd‘ noch Anstand gibt, stattdessen Alkohol, Sex und Geld betören. „Ich habe mich immer wieder geschreckt, was Alkohol aus den Menschen macht“, kritisiert der Künstler die Entgleisung im Après-Ski, „wenn es nicht mehr um Spaß an der Musik und Wertschätzung für den Künstler geht, sondern nur noch um die Trinkgeschwindigkeit der Gäste“.

„Ich hoffe auf eine Läuterung“
Deshalb auch der innige Wunsch des Vaters einer 13-jährigen Tochter, dass Après-Ski in dieser extremen Form nicht mehr wiederkommt darf. „Ich hoffe auf Läuterung und Après-Ski mit Niveau!"

Wann wird es wieder Musik, Party und Feiern im Schnee geben? „Erst in ein paar Jahren. Vorerst auch nur in kleinerem Rahmen mit 200 Leuten und weiterhin mit Abstand“, schätzt Leitner, der wie in alten Après-Ski-Zeiten am Wochenende nach Schladming zurückkehrt. Jedoch nicht mit Harmonika zum Einheizen der partywütigen Masse, sondern zum ruhigen Skitourengehen.

Erich Fuchs, Kronen Zeitung

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