08.01.2021 08:17 |

Gemeinsames E-Auto?

„iCar“: Apple in Gesprächen mit Hyundai

Apple könnte den südkoreanischen Autobauer Hyundai als einen Partner zur Entwicklung und dem Bau eines selbstfahrenden Elektroautos auswählen. Die Gespräche über eine Kooperation befänden sich in einem frühen Stadium und noch sei nichts entschieden, teilte Hyundai am Freitag in einer E-Mail der Nachrichtenagentur Bloomberg mit. Weitere Details nannte der Autobauer nicht.

Zuvor hatte die Wirtschaftszeitung „Korea Economic Daily“ in ihrem TV-Sender berichtet, dass Apple bei der Entwicklung und dem Bau eines selbstfahrenden Elektro-Autos zusammenarbeiten will. Dem Bericht zufolge peilt Apple die Markteinführung des Autos im Jahr 2027 an. In den vergangenen Wochen hatte es wieder vermehrt Gerüchte und Spekulationen über ein Apple-Auto gegeben. In diesen war allerdings von einer deutlich früheren Markteinführung, nämlich bereits 2024, die Rede. Insidern zufolge soll dem iPhone-Hersteller ein Durchbruch bei der Akku-Technologie gelungen sein. 

Über das Autoprojekt der Kalifornier wird schon seit Jahren viel spekuliert. Erst wollte der iPhone-Konzern dem Vernehmen nach ein eigenes Auto bauen und hatte schon Prototypen entworfen. Doch dann wurde dieser Plan aufgegeben und das deutlich verkleinerte Entwicklungsteam konzentrierte sich auf die Entwicklung von Software für autonome Fahrzeuge.

An der Börse sorgte die Nachricht, dass Hyundai der Partner bei dem möglichen Apple-Autoprojekt sein könnte, für einen Kurssprung bei der Aktie. Der Börsenwert des südkoreanischen Autobauers legte zuletzt um fast ein Viertel auf umgerechnet rund 42 Milliarden Euro zu.

Riskante Strategie für Hyundai
Dass Apple die Autoproduktion an Hyundai auslagern wolle, mache Sinn, weil die koreanische Firma für Qualität bekannt sei, sagte Jeong Yun-woo, ehemals Designer bei Hyundai und heute Professor an der koreanischen Technikhochschule UNIST. Er sei aber nicht sicher, ob es für einen Autohersteller eine gute Strategie sei, ähnlich wie Foxconn zu einem Zulieferer bei Apple zu werden. Damit spielte er auf die Diskussion an, dass traditionelle Autobauer zu Lieferanten für Fahrzeugarchitekturen absteigen könnten, während das lukrative Geschäft mit Daten und den damit zusammenhängen Diensten rund ums Auto von anderen gemacht werden könnte.

Es gibt einen weiteren Trend, der die Neuordnung forcieren könnte: Apple-Auftragsfertiger Foxconn tut sich mit der chinesischen Elektroautofirma Byton zusammen, um in die Fahrzeugfertigung einzusteigen. Damit würde die Konkurrenz weiter zunehmen.

„Das wäre ein Hammer“
Eine Allianz von Apple und Hyundai könnte die Branche das Fürchten lehren, glaubt Auto-Professor Stefan Bratzel. „Die Kompetenz von Hyundai in der E-Mobilität, im Fahrzeugbau plus autonomes Fahren, und das mit Apple zusammen, das wäre ein Hammer“, sagte der Leiter des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Es werde darauf ankommen, wie die beiden Konzerne ihre Aufgaben untereinander aufteilten. Womöglich würden weitere Partner ins Boot geholt. Hyundai arbeitet beim automatisierten Fahren bereits mit dem Autozulieferer Aptiv zusammen.

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