Mehr Übergriffe

Bodycams in Tiroler Zügen: Betriebsrat sagt „Nein“

Tirol
07.01.2021 08:00

Kopfschütteln herrscht bei den ÖBB, weil der Betriebsrat die Ausrüstung der Zugbegleiter mit Bodycams in Tirol und Vorarlberg „verhindert“. Dabei wurde erst am Dienstag ein Zugbegleiter in Matrei am Brenner von einem Polen mit einem Messer bedroht. In allen anderen Bundesländern sind Bodycams erfolgreich im Einsatz.

Er hatte keine Fahrkarte, nicht genügend Bargeld dabei, um die Strafe zu bezahlen, und wurde deshalb aus dem Zug gewiesen: Da bedrohte der Pole (49) Dienstagmittag kurzerhand den ÖBB-Mitarbeiter (52) mit dem Messer. Der Vorfall endete zum Glück glimpflich, die Polizei konnte den Polen wenig später aufgreifen - in einem anderen Zug. Der Mann wurde vorläufig festgenommen.

„Sowohl körperliche Übergriffe als auch Verbalattacken auf unsere Mitarbeiter haben – ausgehend von einem niedrigen Niveau – in jüngster Vergangenheit zugenommen“, informiert Christoph Gasser-Mair, ÖBB-Pressesprecher für Tirol und Vorarlberg.

Bodycams der Zugbegleiter (Bild: ANDREAS TROESTER)
Bodycams der Zugbegleiter

Deeskalierende Wirkung
Vor diesem Hintergrund würden die ÖBB die rund 100 Zugbegleiter gerne mit Bodycams ausrüsten – nach Vorbild anderer Bundesländer. „Es hat sich gezeigt, dass Bodycams deeskalierend wirken“, sagt Gasser-Mair. Sobald ein Mitarbeiter ankündige, die Bodycam zu aktivieren, beruhige sich eine Konfliktsituation in der Regel ziemlich rasch. Diese positive Erfahrung hätten jedenfalls andere Bundesländer gemacht.

„Betriebsrat spielt nicht mit“
Bei der Ausrüstung der Zugbegleiter in Tirol und Vorarlberg mit Bodycams spiele jedoch der Betriebsrat nicht mit. „Er weigert sich, eine entsprechende Betriebsvereinbarung zu unterzeichnen“, wundert sich Gasser-Mair. Mehrere Anläufe, das Veto aufzugeben, seien bisher gescheitert. Das „Nein“ sei außerdem umso unverständlicher, weil die Nutzung der Bodycams immer freiwillig bliebe.

Mehr Securitys
Verstärkt habe man inzwischen die Präsenz von Securitys in den Zügen. „Allerdings ist dies keine Maßnahme, die wir quasi flächendeckend umsetzen können“, betont Gasser-Mair.

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