Lockdown förderte Jagd

Österreicher kauften so viele Waffen wie noch nie

Österreich
04.01.2021 13:07

Die Corona-Pandemie hat zu ungewöhnlich starker Nachfrage bei einigen Produkten geführt - neben Toilettenpapier, Germ und Nudeln waren auch Schusswaffen im Vorjahr sehr begehrt. Nicht nur bei neuer Ware gab es hier Zuwächse zu verzeichnen, vor allem am Gebrauchtwaffenmarkt stieg die Nachfrage rasant, berichtete das Marktforschungsinstitut Branchenradar.com.

Die Nachfrage nach Schusswaffen habe sich um nahezu zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 71.250 Stück erhöht. Damit wurden um 6400 Gewehre und Faustfeuerwaffen mehr verkauft als 2019.

Im Vergleich zu 2019 stieg die Nachfrage nach gebrauchten Gewehren um fast 16 Prozent und nach gebrauchten Handfeuerwaffen um rund sieben Prozent. Insgesamt gingen 2020 damit 52.300 Gebrauchtwaffen über die Verkaufstische, geht aus den Zahlen des Instituts hervor. Doch auch in den Neuwaffenmarkt kam Bewegung: Der Absatz von Lang- und Faustfeuerwaffen erhöhte sich um rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt knapp 19.000 Stück. Auch hier war das Wachstum bei Flinten, Büchsen und kombinierten Gewehren größer als bei Pistolen und Revolvern.

Lockdown wurde für den Jagdsport genutzt
„In beiden Märkten war der massive Anstieg im Wesentlichen auf den Jagdbereich zurückzuführen. Der Lockdown wurde offenbar auch dafür genutzt, sich im Freien weidmännisch zu ertüchtigen. Und da das österreichische Waffengesetz seit 2019 auch das Führen von Faustfeuerwaffen bei der Ausübung der Jagd ermöglicht, steigt seither auch die entsprechende Nachfrage rasant“, berichtete Branchenradar.com.

Symbolfoto (Bild: stock.adobe.com (Symbolbild))
Symbolfoto

Laut dem Zentralen Waffenregister waren in Österreich mit Jahresende 2020 rund 1,15 Millionen Waffen der Kategorien B, C und D in privatem Besitz. Im Vergleich zu 2019 stieg der Bestand um etwa fünf Prozent oder 53.000 Stück. Da im vergangenen Jahr jedoch auch rund 39.000 Waffen abgemeldet wurden, lag die Anzahl der Neuanmeldungen bei mehr als 91.000 Stück. Die Differenz zwischen Erwerb und Neuanmeldungen erkläre sich zum einen durch Käufe zusätzlicher Gewehrschafte, da in diesem Fall die neu adaptierte Waffe nochmals angemeldet werden muss.

Nicht jede neu registrierte Waffe ist auch neu angeschafft
Darüber hinaus gebe es aber auch ein reges Below-the-line-Geschäft, also den Besitzerwechsel von Handfeuerwaffen, bei denen kein Händler involviert ist, informierte Branchenradar.com. Dazu zählen nachträgliche Anmeldungen aus Altwaffenbestand, auch wenn die Frist dafür abgelaufen ist - nach Hausräumungen oder Erbschaften kommt es beispielsweise vor, dass nicht registrierte Waffen auftauchen und legalisiert werden.

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