01.01.2021 07:00 |

Schon nächste Woche

Plötzlich geht es: Impfungen nun früher

Bundeskanzler Sebastian Kurz stellte Salzburg im TV-Interview als unvorbereitet dar. Christian Stöckl war darüber erstaunt und dreht den Spieß nun um: Nächste Impfungen schon in kommender Woche.

„Ich habe keinen Überblick ob Landesrat Christian Stöckl rechtzeitig Nadeln für Salzburg angeschafft hat oder nicht“, sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz in der ZIB2 am Mittwoch auf die Frage, warum noch Material fehlt. Damit unterstellte er Salzburg indirekt, dass das Land nicht genug auf die Covid-Impfungen vorbereitet wäre. „Ich war erstaunt“, so Stöckl. Der Hintergrund: Das Land kündigte an, am 12. Jänner mit weiteren Impfungen zu starten – wenn alle nötigen Materialien wie auch Spritzen dafür vorhanden sind – und nicht alles ist vorhanden. Diese werden aber von der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) geliefert und können eigentlich erst ab dem 5. Jänner geordert werden. Bis dahin melden Seniorenheime und Spitäler ihren Bedarf direkt an die BBG. „Das Land organisiert dann nur die Impfstraßen und Ärzte. Die gesamte und komplizierte Logistik davor läuft über den Bund“, erklärt Stöckl. Daher ist der Start, anders als in Wien und mit dem Bund abgestimmt, auch nicht vor dem 12. Jänner vorgesehen.

Ein Telefonat sorgt für frühere Nadelstiche
Nach der „Krone“-Recherche ging es schnell. Ein Telefonat zwischen Salzburgs Landesvize und Bundesgesundheitsminister Rudolf Anschober am Donnervormittag brachte eine Wende: „Sobald alle notwendigen Materialien vorhanden sind, kann Salzburg wie Wien, sofort mit Impfungen starten“, sagt Stöckl. Diese gelten auch als Testlauf für die logistische Vorgehensweise. Spätestens am Montag soll das nötige Material vorhanden sein. Derzeit fehlt in Salzburg noch ein Lösungsmittel.

Wer zum Zug kommt, ist noch nicht klar
Welche Institution bereits in der kommenden Woche für diese Impfrunde ausgewählt wird, ist aber noch nicht klar. Diese müsste bereits den Bedarf bei der BBG eingemeldet haben. Da Salzburgs Spitäler dies schon gemacht haben, könnten die COVID-Stationen der Landeskliniken dran kommen.

Derzeit lagern in Salzburg 3900 Impfstoffe. Die Lieferungen aus dem Pharma-Großhandel kommen in mehreren Tranchen in den Ländern an. Die Impfung selbst ist nur ein Teil davon.

Nach dem Austausch zwischen Stöckl und Anschober soll auch die Kommunikation zwischen Bund und Land verbessert werden und es tägliche Meldungen geben, damit alle auf dem selben Wissensstand sind.

Felix Roittner
Felix Roittner
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