17.12.2020 16:26 |

Sportgericht urteilt

Fix! Zwei Jahre Doping-Sperre für Russland

Russland bleibt von den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio und den Winterspielen 2022 in Peking ausgeschlossen! Neben dem Aus für Olympia und Paralympics dürfte den Russen auch der Start bei Weltmeisterschaften wie der Fußball-WM 2022 in Katar versagt bleiben. Immerhin: Der Internationale Sportgerichtshof halbierte am Donnerstag in seinem Urteil zum Berufungsverfahren die von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA verhängte Vierjahressperre.

Unbelastete Sportler des Landes können in diesem Zeitraum bei Großereignissen als neutrale Athleten antreten und müssen dafür gewisse Anti-Doping-Bedingungen erfüllen. Die russische Hymne darf nicht gespielt oder gesungen werden, die russische Fahne nicht auf Teamkleidung getragen oder gehisst werden.

Auslöser für den Bann war, dass Russland eingeforderte Doping-Daten aus dem Moskauer Labor aus den Jahren 2012 bis 2015 vor der Übergabe an die WADA manipuliert und gefälscht haben soll. Sie enthalten Beweise für den Sportbetrug zahlreicher russischer Athleten, der mit Hilfe des Staates systematisch gelenkt, gedeckt und vertuscht wurde.

Formal wurde vom WADA-Exekutivkomitee am 19. Dezember 2019 die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA für vier Jahre für nicht konform mit dem Welt-Anti-Doping-Code erklärt. Die Aushändigung der Daten war die Bedingung für die Wiedereinsetzung der RUSADA im September 2018. Die Weltagentur hatte die RUSADA im November 2015 nach Aufdeckung des Doping-Skandals erstmals suspendiert. Im Zuge des CAS-Urteils darf Russland sich in den nächsten zwei Jahren nicht für Sportgroßereignisse wie Weltmeisterschaften bewerben. Bereits für diesen Zeitraum nach Russland vergebene Sport-Großereignisse müssen an einen anderen Gastgeber gehen.

Die WADA sieht sich durch die Sperre für Russland bestätigt. „Dieses Urteil ist ein wichtiger Moment für den sauberen Sport und Athleten in aller Welt“, sagte WADA-Präsident Witold Banka laut einer Mitteilung. Allerdings zeigte sich der Pole auch enttäuscht, dass die CAS-Richter die ursprünglich von der WADA empfohlene Vier-Jahres-Sperre halbierten. „Wir glauben, dies war angemessen und vernünftig, aber letztlich ist die WADA nicht der Richter, sondern der Ankläger, und wir müssen die Entscheidung des Gremiums respektieren“, sagte Banka.

Die Weltagentur habe in den komplexen Ermittlungen gegen Russland jeden Stein umgedreht. Russland habe „dreist und illegal“ die Daten des Moskauer Doping-Labors manipuliert, um systematisches Doping mit staatlicher Unterstützung zu vertuschen, sagte Banka. Das CAS-Urteil bedeute die stärksten Doping-Strafmaßnahmen, die jemals gegen ein Land verhängt worden seien. „Das ist eine klare Botschaft, dass systematischer Betrug und gemeinschaftliche Versuche, das weltweite Anti-Doping-System zu untergraben, nicht toleriert werden“.

Das Berufungsverfahren lag in der Verantwortung der CAS-Schiedsrichter Mark L. Williams (Australien), Luigi Fumagalli (Italien) und Hamid G. Gharavi (Frankreich/Iran). In einer Anhörung hatten die WADA und Russland Anfang November ihre Positionen zum Rechtsstreit dargelegt. Gegen das CAS-Urteil kann beim Schweizer Bundesgericht Berufung eingelegt werden. Die Erfolgsaussichten beim höchsten Gericht des Landes sind gering, da es nur bei Verfahrensfehlern und Verstößen gegen die Menschenrechte eingreift und nicht über die Rechtsauslegung des CAS urteilt.

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