05.12.2020 14:14 |

Pleite bei Wetterchaos

ÖSV-Läufer bei Aufholjagd von Zubcic nur Statisten

Filip Zubcic hat am Samstag bei tiefwinterlichen Verhältnissen den ersten von zwei Riesentorläufen in Santa Caterina für sich entschieden. Der Kroate verwies bei seinem erst zweiten Weltcuperfolg den Slowenen Zan Kranjec um 0,12 Sekunden und den Schweizer Marco Odermatt um 0,30 auf die weiteren Plätze. Für den ÖSV setzte es das nächste sehr durchwachsene Ergebnis: Bester Österreicher war Marco Schwarz als 14., es folgten Adrian Pertl auf Platz 20 und Roland Leitinger auf 26.

Die Österreicher zeigten sich damit in ihrer Problemdisziplin leicht verbessert zum Auftakt in Sölden, als Stefan Brennsteiner 17. wurde, Vincent Kriechmayr 24. und Matthias Mayer 25. „Ich sehe einen Schritt nach vorne, aber nur einen kleinen von den Ergebnissen her. Hervorheben möchte ich Adrian und auch mit Marco bin ich sehr zufrieden“, sagte ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher. Der zur Halbzeit beste ÖSV-Läufer Manuel Feller (15.) schied im Finale aus.

Schwarz: „Schade, aber am richtigen Weg“
Schwarz bestritt sein erstes Rennen nach der Erkrankung an Covid-19. „Der erste Lauf war nicht das, was ich drauf habe. Der zweite war bis kurz vor dem Ziel ganz gut, ich habe beim langen Zug vor dem Ziel den Schwung abgestochen und den Speed nicht mitgenommen. Das ist sehr schade, aber ich bin auf dem richtigen Weg. Es geht bergauf“, sagte der Kärntner, der aufgrund der Verhältnisse mit Schneefall und schlechter Sicht von einem sehr schwierigen Rennen sprach.

Mit nur zwei Skitagen in den vergangenen zwei Wochen sei die Vorbereitung nicht die Beste gewesen. Für Sonntag hat er sich ein Ergebnis weiter vorne vorgenommen, die Verbesserung von Halbzeitrang 22 auf 14 mit der siebentbesten Laufzeit gibt Zuversicht.

Lichtblick Adrian Pertl
Ein Lichtblick war Adrian Pertl, der sich mit Startnummer 63 für den zweiten Durchgang qualifizierte und in seinem erst zweiten Rennen in dieser Disziplin erstmals punktete. „Der zweite war kein ganz guter Lauf, ich bin nicht ganz zurechtgekommen. Ich bin zufrieden, dass ich das erste Mal Punkte mache im Riesentorlauf, aber es wäre noch mehr drinnen gewesen“, legt der 24-Jährige bei sich selbst den Maßstab hoch.

Feller fuhr sein erstes Rennen in dieser Saison, nach einem Innenskifehler verpasste er den Sprung ins Klassement. „Ich dachte, ich probiere es, ich habe gemerkt, es wird knapp, ich wollte es durchziehen, es hat nicht funktioniert. Aber man lernt mit jedem Tag.“ Nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert waren Magnus Walch (37.), Stefan Brennsteiner (40.), Raphael Haaser (50.) und Vincent Kriechmayr (55.).

Zubcic: „Unglaublich“
Sieger Zubcic bewies sich einmal mehr als Spezialist für schwierige Bedingungen. „Wieder ein Rennen zu gewinnen, ist unglaublich für mich. Vielleicht liegen mir die schwierigen Verhältnisse“, sagte Zubcic, der seinen ersten Sieg im Februar in Naeba gefeiert hatte. Damals war es windig, frühlingshaft warm und die Piste weich.

Odermatt wartet weiter auf seinen ersten Riesentorlaufsieg, nun war er bereits dreimal Zweiter und zweimal Dritter. „Ich habe gerade gemerkt, dass ich morgen vor einem Jahr in Beaver Creek mein erstes Rennen gewonnen habe, vielleicht klappt es morgen wieder“, verwies er auf seinen Super-G-Erfolg 2019. Auch er hat eine Corona-Erkrankung hinter sich und wie Schwarz nur den Parallelbewerb in Zürs/Lech verpasst. In der Disziplinwertung liegt er nun voran.

Der norwegische Sölden-Sieger Lucas Braathen landete an der zwölften Stelle. Im Gesamtweltcup führt der Franzose Alexis Pinturault, er wurde Tagesfünfter. Als 22. verpatzte der Norweger Henrik Kristoffersen das erste Rennen im Ersatzort für Val d‘Isere, er hat Sonntag aber die Chance zur Revanche. Die Wetterprognose verspricht keine Besserung.

Hier der Endstand:

Der nächste Riesenslalom steigt am Sonntag.

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