Corona-Tagebuch Teil 8

„Wir sind für die Patienten da!“

Die Schicksale Covid-19-Erkrankter und ihrer Betreuer: Im achten Teil der „Krone“-Serie berichtet darüber Diplom-Krankenpflegerin Tanja Zivkovic aus dem Spital Tulln.

Mehrmals täglich werden sämtliche Vitalparameter gemessen und an das Ärzteteam weitergeleitet. Wir schleusen uns sehr oft in die Isolierzimmer ein – sowohl um Körperpflege durchzuführen, um Patientinnen und Patienten umzulagern, zu lüften – oder um einfach für sie da zu sein und ein offenes Ohr zu haben. Die Isolation ist für alle Patientinnen und Patienten eine Belastung, da sie natürlich auch aufgrund ihres Gesundheitszustands Ängste haben. Wir sind ihre Bezugspersonen für die Dauer des Aufenthalts, und versuchen, ihnen diese Ängste, so gut es möglich ist, zu nehmen. Hauptsächlich liegen auf unserer Covid-Station ältere Patientinnen und Patienten, einige davon sind aufwendige Pflegefälle, da ist die Schutzausrüstung ein wahrer Schwitzkasten.

Durch die hohe Pflegebedürftigkeit gehen wir an manchen Tagen an unsere psychischen und physischen Grenzen. Da wir durchgehend FFP-2-Masken tragen müssen, neigen viele Kollegen zu Kopfschmerzen und erhöhtem Durstgefühl. Personelle Ausfälle (sei es durch Erkrankung oder als Kontaktperson) sind momentan recht häufig, was zu häufigem Personalwechsel führt. Hier werden wir sowohl durch hauseigenes Personal aus anderen Stationen als auch durch Personal aus anderen Häusern unterstützt.

Es wird hohe Flexibilität von uns erwartet – diese Erwartung erfüllen wir, auch wenn es uns an unsere Grenzen der Belastbarkeit führt.

Die Gefahr, sich während der Arbeit anzustecken, ist aufgrund der sehr hohen Hygienestandards unseres Hauses und durch gute Schutzkleidung verschwindend gering, aber die Sorge bleibt im Hinterkopf. Hervorheben möchte ich die gute Zusammenarbeit zwischen den Pflege- und Ärzteteams – dies führt zu einer wesentlichen Erleichterung in diesem momentan sehr außergewöhnlichen Arbeitsalltag.

Redaktion: Nikolaus Frings und Lukas Lusetzky, Kronen Zeitung

Heldin am Wort:

Sie sind die wahren Helden der Corona-Krise, die Mitarbeiter der Krankenhäuser, die täglich mit Hand, Herz und Hirn für die vielen an dem heimtückischen Virus erkrankten Menschen da sind. Für die „Krone“ führen die Pfleger der niederösterreichischen Landeskliniken Tagebuch zur Krise. Es sind persönliche Geschichten von schweren Schicksalen - aber auch von Lichtblicken in dieser fordernden Zeit.

 Niederösterreich-Krone
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