Parteien reagieren:

Schwieriger Stimmenfang in der NÖ-Landeshauptstadt

Während kleine Listen das Sammeln von nötigen Unterstützungserklärungen im Lockdown ordentlich zu schaffen macht (die „Krone“ berichtete), stehen derzeit auch die etablierten Parteien in St. Pölten beim Kampf um Wählerstimmen vor einer großen Herausforderung. Die „Krone“ fragte in den Wahlkampfzentralen nach.

Persönliche Gespräche am Christkindlmarkt, auf Veranstaltungen oder an Info-Ständen: All das macht die Corona-Krise unmöglich. Der Kampf um die Wählerstimmen wird daher zu einer großen Herausforderung. „Ich führe viele Gespräche über Facebook“, sagt SP-Bürgermeister Matthias Stadler.

Er ist aber ohnehin überzeugt, dass die letzten zwei Monate nicht entscheidend sind: „Die beste Wahlwerbung für uns ist die Arbeit der letzten fünf Jahre.“ Auf größere Events werden die Sozialdemokraten also verzichten, man setzt auf eine Fragebogenaktion, um Wünsche und Anliegen der Bürger zu erhalten.

Auf einen völlig anderen Wahlkampf ist auch die Volkspartei um Vizebürgermeister Matthias Adl eingestellt. Digitale Kommunikation und das Telefon seien wesentlich, um mit Bürgern in Kontakt zu treten. Adl spart aber auch nicht an Kritik am frühen Wahltermin: „Man nimmt den St. Pöltnern hier die Chance, sich persönlich eine Meinung zu bilden. Die SP will die Krise parteipolitisch nutzen!“

Auch FP-Stadtrat Klaus Otzelberger sieht den Termin kritisch. Er rechnet mit einem Rückgang der Wahlbeteiligung: „Die Bürger haben derzeit andere Sorgen.“ Abwartend reagieren die Freiheitlichen bei Hausbesuchen oder Veranstaltungen, man sei aber via Facebook mit Menschen in Kontakt.

Mitten im Lockdown eröffneten die Grünen ihr Büro in der Wiener Straße. An Samstagen steht man dort von 9 bis 12 Uhr Rede und Antwort. „Wir setzen auf einen Mix aus persönlichen Kontakten und digitalen Angeboten“, so Christina Engel-Unterberger. Sie hofft, dass im Jänner klassische Info-Stände möglich sind.

Um eine hohe Wahlbeteiligung zu erzielen, forciert die Stadt die Briefwahl. Anträge werden bereits angenommen. 2016 nutzten 5000 St. Pöltner diese Möglichkeit der Stimmenabgabe. Färbt der Trend der Wien-Wahl auch auf die blau-gelbe Landeshauptstadt ab, könnten es dieses Mal 15.000 sein. Zusätzlich arbeitet die Stadt gerade an einem Corona-Sicherheitskonzept. Die Zahl der Wahlsprengel werde nicht verändert, in wenigen Fällen aber der Ort.

Thomas Werth, Kronen Zeitung

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