Kammerpräsident sagt:

„Gezogene Zähne bewahrt kein Zahnarzt auf“

Oberösterreich
14.11.2020 15:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Weil sein gerissener Zahn entsorgt worden war, randalierte ein Asylwerber (28) in einer Zahnarztpraxis in St. Georgen im Attergau. „Zähne mit Amalgamresten müssen sogar als Sondermüll behandelt werden“, sagt Günter Gottfried, Präsident der oö. Zahnärztekammer.

„Die ganze Aktion ist eigentlich ein Wahnsinn. Gezogene Zähne müssen auch aus hygienischen Gründen entsorgt werden, so etwas hebt sich kein Kollege auf“, sagt Günter Gottfried, Präsident der oö. Zahnärztekammer zu dem ungewöhnlichen Vorfall in einer Ordination im Attergau: „Besonders bei Amalgamfüllungen handelt es sich ja um Sondermüll. Solche Zähne werden in einen Bottich geschmissen und später aufbereitet. Das darin enthaltene Quecksilber ist eine Gefahr für die Umwelt und muss deshalb recycelt werden.“

Milchzähne für die Zahnfee
Gesunde Zähne ohne Füllungen, die dennoch gezogen oder z.B. ausgeschlagen wurden, darf man hingegen in den ganz normalen Restmüll schmeißen. Die meisten Patienten verzichten darauf, ihre Reste mitzunehmen, weiß Gottfried: „Bei Kindern ist es etwas anderes. Denen gebe ich die Milchzähne mit, damit sie diese unters Kopfpolster legen und die Zahnfee die Zähnchen nachts abholen kann.“

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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