Tierwohl-Pakt

Zehn Cent für mehr Tierwohl

Bessere Bedingungen für Nutztiere ist eine Forderung vieler Menschen. Nun hat Ministerin Köstinger einen „Tierwohl-Pakt“ geschlossen der viele Verbesserungen beinhaltet. Maßgeblich daran beteiligt sind wir alle - durch unsere Kaufentscheidungen.

Österreich gehört zu den Ländern mit den höchsten Tierwohlstandards und liegt unter 50 Staaten weltweit auf Platz 1. Dennoch: man darf sich in diesem so wichtigen Punkt nicht nach „unten“ orientieren, sondern muss weiter an Verbesserungen arbeiten. Und das hat Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger getan. Künftig erhalten Landwirte satte 35 Prozent Investitionsförderung wenn - ja, wenn sie ihre Stallungen tiergerechter bauen. Dabei werden Platzangebot, Beschäftigungsmaterial oder auch Stroheinstreu berücksichtigt. Ab 2022 wird es für Bauten, die nur die gesetzlichen Mindeststandards erfüllen, keinen Cent mehr geben. Um dies zu finanzieren werden jährlich 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Dies kann man als Meilenstein bezeichnen“, so die Ministerin.

Wichtig ist allerdings, dass wir Konsumenten auch vermehrt solche „Tierwohl-Produkte“ kaufen! Trauriger Fakt ist, dass 95 Prozent der Österreicher das billigste Fleisch kaufen. Dabei geht es nicht um hohe Summen, sondern um lächerliche zehn Cent! Doch dieser kleine Betrag macht den Unterschied! Wer um 2,99 Euro ein Kilo Schnitzelfleisch kauft, kann nicht erwarten, dass das Schweinchen ein rosiges Dasein führen konnte! Wer also möchte, dass Tierwohl tatsächlich Einzug erhält, der muss auch bereit sein ein wenig mehr - und wenn es nur zehn Cent pro Kilo sind - zu bezahlen. Damit könnte auch das unsagbare Leid der Kälber unterbunden werden.Billigstfleisch bedeutet auch schlechte Haltung Österreich exportiert 46.000 Kälber um gleichzeitig 115.000 zu importieren.

Warum? Weil es günstiger ist und mehr konsumiert wird. Um dies künftig einzudämmen wurde auch eine Strategie mit der AMA (AgrarMarkt Austria) erarbeitet. Außerdem werden auch Projekte unterstützt die neue Tierwohl-Erkenntnisse in der Landwirtschaft erarbeiten. Ebenso setzt sich die Politikerin auf europäischer Ebene für ein generelles Verbot von Lebendschlachttiertransporten in Drittländern ein. Und wir müssen es schaffen, dass auch andere EU-Mitgliedstaaten höhere Tierschutzauflagen veranlassen. Die Schlacht um die billigsten Preise bedeutet unglaubliches Tierleid. Unsere Landwirte können diesem Druck nicht Stand halten. „Tierwohl kostet auch Geld“ so Hannes Royer von „Land schafft Leben“. Wenn wir Konsumenten bereit sind beim Griff ins Regal auch darauf zu achten woher das Tier kommt und wie es gelebt hat - erst dann wird Tierschutz auch in der Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken sein.

Maggie Entenfellner

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Mittwoch, 02. Dezember 2020
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