22.10.2020 14:31 |

Peinliche Nacktszenen

Videokonferenzen: Was die Webcam nicht sehen soll

Der Alptraum jedes Users digitaler Videoplattformen: Die Kamera läuft versehentlich weiter und zeigt den staunenden Kollegen im Home-Office, was diese eigentlich nicht sehen sollen. Von Sexszenen bis hin zu unbeabsichtigten Auftritten im Adamskostüm häuften sich besonders auf der Online-Plattform Zoom zuletzt Pannen von Politikern, Journalisten und Geschäftsleuten. Besonders peinlich wurde es laut „Vice“-Magazin vergangene Woche für den US-Topjournalisten Jeffrey Toobin.

Der Journalist des Magazins „New Yorker“ hatte sich mit Kollegen über Zoom zusammengeschaltet, um über die anstehende US-Präsidentschaftswahl zu sprechen. Während einer Pause erschien laut Teilnehmern plötzlich wieder das Bild des 60-Jährigen - der sich vor aller Augen selbst befriedigte.

Toobin sprach von einem „peinlich-dummen Fehler“. „Ich dachte, ich sei nicht sichtbar auf Zoom. Ich dachte, niemand aus der Zoom-Konferenz könnte mich sehen. Ich dachte, ich hätte das Zoom-Video ausgeschaltet“, rechtfertigte sich der 60-Jährige. Dennoch wurde er vom „New Yorker“ freigestellt; auch beim Sender CNN taucht Toobin vorerst nicht mehr als Kommentator vor der Kamera auf.

Brüste während Videostream geküsst
Im argentinischen Parlament wurde im September eine Sexszene sogar auf einen Großbildschirm übertragen. Während einer Corona-bedingt per Videoschaltung abgehaltenen Sitzung war der Abgeordnete Juan Emilio Ameri zu sehen, wie er den Busen einer neben ihm sitzenden Frau streichelte und küsste. Dabei war eine der Brüste zeitweise entblößt. Die Bilder verbreiteten sich rasch in den Onlinenetzwerken.

Der 47-jährige Parlamentarier zeigte sich zerknirscht. Er habe geglaubt, es habe einen der in seiner Region häufigen Internet-Ausfälle gegeben. Ameri berichtete auch, seine Partnerin habe erst vor zehn Tagen Brustimplantate eingesetzt bekommen. Er wollte sich nach eigenen Worten lediglich vergewissern, dass es der Frau mit den Implantaten gut gehe. Ameri wurde für fünf Tage von weiteren Sitzungen ausgeschlossen.

„Da duscht gerade ein Typ, nackt!“
Nackte Tatsachen musste sich auch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ansehen: Inmitten einer Videokonferenz mit dem rechtsgerichteten Staatschef im September tauchte ein Unternehmer unbekleidet auf den Monitoren der rund zwei Dutzend Teilnehmer auf. Der Geschäftsmann hatte vergessen, seine Kamera auszuschalten. Ein Minister, der ebenfalls zugeschaltet war, rief: „Da duscht gerade ein Typ, nackt!“ Bolsonaro reagierte wenig begeistert: „Das haben wir leider gesehen. Es war ein wackliges Bild, aber wir sahen es, leider.“

Nur wenig besser erging es im Juni dem irischen Europaabgeordneten Luke Flanagan. Von seinem Schlafzimmer aus sprach er per Videoschaltung bei einer Sitzung des Parlaments - allerdings nur mit Hemd und Unterhose bekleidet. Im Onlinedienst Twitter erklärte Flanagan seinen Auftritt mit einem Augenzwinkern: „Ich kam gerade vom Laufen zurück... Zwei Minuten zuvor war ich noch im T-Shirt. Ich entschied mich, ein Hemd anzuziehen, um respektabel auszusehen“, schrieb er. Und setzte hinzu: „Ich hoffe, ihr mochtet meine Beine.“

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