Steirer schrieb Buch

KZ-Überlebender Feingold war „lebendes Mahnmal“

Steiermark
18.10.2020 11:00

Marko Feingold überlebte das Konzentrationslager Buchenwald, wurde 106 Jahre alt und hielt Vorträge vor mehr als 6000 Schulklassen. Im Vorjahr starb der beeindruckende Mann. Der Steirer Franz Josef Dorn hat ein Buch über seine Begegnungen mit dem Holocaust-Überlebenden geschrieben.

„Du musst rauskommen, damit die Menschheit erfährt, wozu sie selbst imstande ist.“ Dieses Versprechen hat Marko Feingold sich als junger Mann selbst im Konzentrationslager von Buchenwald abgerungen. Und er hat es bis zu seinem Tod im biblischen Alter von 106 Jahren mit beeindruckender Konsequenz gehalten. „Er war in Österreich die Erzählinstanz für den Nationalsozialismus, er war ein lebendes Mahnmal“, erinnert sich der obersteirische Lehrer und Fotograf Franz Josef Dorn, der ihm nun ein Buch gewidmet hat.

Marko Feingold und Autor Franz Josef Dorn (Bild: Franz Josef Dorn)
Marko Feingold und Autor Franz Josef Dorn

Feingold war bis zu seinem Tod im Vorjahr eine der konsequentesten Stimmen gegen Antisemitismus und Rassismus. Mit unzähligen Schulklassen aus der Berufsschule Murau, wo er bis zu seiner Pensionierung unterrichtet hat, war auch Dorn bei Feingold in der Synagoge in Salzburg. Über diese Begegnungen hat er nun ein Buch geschrieben.

Bedrückt über das fehlende Wissen der Jugendlichen
„Nicht wenige Male zeigte er sich bedrückt über das oft fehlende Wissen der Jugendlichen über diese schwierige Zeit“, erinnert sich Dorn. Doch eine Begegnung mit Feingold konnte vieles ändern: „Fast andächtig saßen die Schüler auf den harten Synagogenbänken und fixierten einen kleinen, alten Mann.“

Feingold bei einem Vortrag mit Schülern in der Salzburger Synagoge (Bild: Franz Josef Dorn)
Feingold bei einem Vortrag mit Schülern in der Salzburger Synagoge

Er erzählte von den Gräueltaten der Nazis, vom Horror des Holocaust und von seiner Jugend im KZ. Seine Erzählung und seine Anwesenheit im Raum machte die Geschichte greifbar und gegenwärtig. Und die Schüler aus Murau waren bei Weitem nicht die Einzigen, denen Feingold als lebendes Mahnmal gedient hat: Vor mehr als 6000 Schulklassen hat er Vorträge gehalten und seine Lebensgeschichte erzählt, ehe seine Stimme 2019 verstummte: „Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, dass seine Erzählungen, Botschaften und Mahnungen über seinen Tod hinaus am Leben erhalten werden“, so Dorn.

Buchbestellung: www.fjdorn.at

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